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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
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des gesellschaftlichen Vergnügens eben in der Auswahl derVergnügungen. Sie scheuen sich zum Beispiel, ins öffentlicheSchauspiel zu gehen, auch wenn selbst lehrreiche Meisterstückegroßer Dichter von achtungswerthen Künstlern dargestellt werden.Ihre Scheu rührt meistens von einem Vorurtheil her, welchesgegen alle Schauspiele in Zeiten und Orten entstand, da müßiges,zusammengelaufenes Volk von sittenlosem Wandel seine Possen-reißerei trieb. Sie scheuen sich, fröhlichen Gastmählern bei-zuwohnen, wo Wein und Gesang und Scherz die Seele inlebhaftere Stimmungen bringen. Ihre Scheu entspringt meistensaus übertriebener Aengstlichkeit, daß die Lustigkeit die zarteScheidelinie des Sittlichen überschreiten könne; oder aus un-mäßiger Furcht, daß laute Fröhlichkeit für einen wahren Christenungeziemend sei. Sie scheuen sich, bei den heitern Tanzen derJugend gegenwärtig zu sein, wo die Kunst mit der Natur,die äußere Anmuth mit der Freude spielend wetteifert. IhreScheu entspringt gewöhnlich aus allzustrengen Begriffen vonSittlichkeit, oder ihren gewiß ungerechten und traurigen Vor-stellungen von der Verderbtheit der Menschen. Sie scheuensich, ihre Hand zum Spiel mit Karten oder andern Dingen,auch um den geringsten Gewinn, zu geben; zum Spiel, wo baldder Wechsel des Glücks, bald ein gelungenes Wagestück, baldScharfsinn, bald richtige Berechnung des Wahrscheinlichen, den -Geist erheitern und zerstreuen nach dem Ernste wichtigerer Dinge.Ihre Scheu geht aus der allzugegründetcn Erfahrung hervor,daß das Spiel leicht unedle Leidenschaften erregt, oder wichtigereDinge vergessen machen kann.

Doch gewiß thue ich Unrecht daran, Mittel der geselligenUnterhaltung zu verdammen, die an sich selbst unschädlich sind,und zur flüchtigen Erholung vieler rechtschaffenen, selbst frommenMenschen gedient haben. Denn Wein trinken ist keine Sünde,wohl aber, ein Trunkenbold zu sein; ein gesellschaftliches Spielzu führen ist keine Sünde, wohl aber ein Spieler zu sein. DerGebrauch an sich unschädlicher Dinge ist nicht schädlich, wohlaber der Mißbrauch derselben. Der Mißbrauch aber entsteht