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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
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Gesellschaften gefallen, und hingegen die stillen, bescheidenenTugenden des Herzens, das wahre Verdienst gering schätzen.Sie leben gar nicht ihrer selbst willen, gar nicht in sich, sondernimmer außer sich und anderer Leute willen. Ein Spaß, einwitziger Einfall ist ihnen mehr werth, als die gründlichsteWahrheit, als die nützlichste Kenntniß. Ein boshafter, feinerSpötter, der zu belustigen weiß, ist ihnen weit achtbarer, alsder redlichste Mann, als der wackerste Menschenfreund, der dieKunst zu unterhalten nicht versteht. Ihre größte Aufmerksamkeitist auf äußerliche Anmuth, auf Zierlichkeit in Kleidern, aufLiebenswürdigkeit in Geberden und Reden gerichtet. Es fälltihnen kaum ein, daß Edelherzigkeit, oder ein hoher, religiöserSinn, Verdienst um Mitbürger, Vaterland und Menschheit,rühmlicher sein können, als die Gabe, ein guter Gesellschafterzu sein, zu gefallen und zu scherzen. Menschen dieser Art ver-lieren zuletzt ganz das höhere Menschliche, werden belustigendeGestalten, Zierpuppen, gehaltlose Wesen, die für sich nichtssind, und erst wie ein musikalisches Werkzeug zur Unterhaltungdienen, wenn man sie gebrauchen will. Sie sind von verständigenPersonen mitleidig geduldet, aber eigentlich hochgeachtet nie,als von Leuten ihres Schlages.

Die Sucht, in Gesellschaften zu glänzen, istnur allzuoft das Verderben guter Menschen ge-worden, dervn Eitelkeit, berauscht von einem vorübergehendenBeifall, alle bessern Empfindungen fortan erstickte. Man hatHausväter gesehen, welche darüber ihren Beruf verwahrloseten,den sie sonst über Alles ehrten; welche Weib und Kinder ver-nachlässigten , die ihnen einst theuer waren; die ihre bürgerlicheEhre, ihre Vermögensumstände zerrütteten, nur um eine Haupt-person bei gesellschaftlichen Unterhaltungen und Lustbarkeiten zuspielen. Durch diese Sucht, in Gesellschaften zu gelten, sahman schon vormals achtungswerthe Frauenspersonen manchesUnheil über ihr ganzes Haus bringen. Lust und Leben brachtensie wohl in den Kreis der Freunde, aber nicht selten mürrischenSinn und Unzufriedenheit in ihre Familien. Ueber die Gabezu unterhalten versäumten sie die Kunst, ihr Hauswesen weise