scharren, quälen es oft den Dürftigem ab, um nur immer inabwechselnden Ergötzungen umherzuschwärmen. Diese sind ihnender Zweck des Lebens. Sie bilden sich ein, die Thoren, daß,wer viel genossen, auch viel gelebt habe.
Allerdings, Wohlsein ist der irdische Lebenszweck; aber zubeklaqcn ist jeder Mensch, der kein anderes Wohlsein kennt,als welches durch gesellschaftliche Lustbarkeiten erst ins Herzübergetragen wird. Nein, aus dem Herzen hervor muß daswahre Leben und Glück gehen! — Wer nicht in seine Wochen-geschäfte, in seine Berufsarbeiten Freude legt; wen das häus-liche Leben, wen ein menschenfreundliches Wirken nicht beglückt,der ist bei weitem den größten Theil seines Lebens ein unglück-seliger Mensch. Wir sollen nicht arbeiten, um Ergötzungen ge-nießen zu können: sondern wir sollen Ergötzungen genießen,um uns zum Arbeiten zu stärken. Wer den gesellschaftlichenFreuden einen übermäßigen Werth beilegt, der ist schon vonden Gefahren derselben ergriffen, und für den Genuß wahrerFreude und ächten Lebensglückes verloren.
Das Jagen nach äußerlichen Freuden machtarm an innerlichen Freuden. Der vorherrschende Hangnach Zerstreuungen hat zur Folge, daß man das Edlere vergißt;daß man die Berufsarbeiten als eine Last, die pflichtmäßigenGeschäfte als Nebengeschäfte behandelt. Immer richtet sich dasAuge des Unglücklichen nach dem Tage der Lust und Betäubung.Aber wie oft geschieht cs, daß endlich auch dieser sogar seinenErwartungen nicht entspricht!
Frage doch Jemand, woher es komme, daß in der Weltso viele Mißvergnügte und Unglückliche sind. Daher kommt es,daß die wenigsten von den Lebenden die Kunst zu leben ver-stehen; daß sie die Freude erst ins Herz hineintragcn wollen,da doch Leben und Freude aus dem Herzen hervorgehcn müssen.Ihre Begierde nach geselligen Vergnügungen ist zur Leidenschafterwachsen, über deren Befriedigung sie sich selbst und ihre höhernPflichten vergessen.
Daraus entspringt dann, daß diese Menschen einen über-mäßigen Werth auf diejenigen Eigenschaften legen, die in