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Vergessung dessen, was sich im Umgang mit Nebenmenschengeziemt, verderbten das Gute, das in mir aufstieg.
Mein Gewissen sagt es mir, daß ich eben dann oft fehlte,wenn ich gedacht, recht gut zu handeln. Daher kam es dann,daß ich, bei allem meinem guten Willen, nicht so viel Gutesbewirken konnte, als ich wohl gewünscht hätte. Denn ich achtetemanchmal mein Beträgen im Aeußcrn zu wenig, und glaubtezuweilen um so minder auf dasselbe Fleiß verwenden zu müssen,je mehr ich im klebrigen das Recht auf meiner Seite hatte.Dadurch raubte ich unbesonnen genug meinen sonst vielleichtwerthvollen Handlungen den besten Theil ihres Werthes; da-durch stieß ich die Zuneigung und Zuversicht der Menschen vonmir, inzwischen ich es doch gewiß mit ihnen gut meinte; dadurchsetzte ich mich selbst in die Unmöglichkeit, alles das Gute inmeinem Wirkungskreise zu veranlassen, was außerdem wohlhätte geschehen können.
Das habe ich gethan! Stolz auf mein Herz und meineGesinnungen, oder mein geringes Verdienst, verlor ich allesVerdienst vor meinen Mitmenschen, wie vor Dir, allgerechterGott. Ich sündigte.in dem Augenblick, da ich etwas Gutes zuthun vorhatte.
Mit Reue erkenne ich meine Thorheitcn, meine Fehler, mitDankbarkeit erkenne ich durch Dein heiliges Wort, welches derwahre Weg der Nachfolge deines Sohnes Jesu Christi, meinesVorbildes, ist.
Ach, wie lange habe ich zu ringen, ehe ich mich der Voll-kommenheit nähere, nach der ich seufze! Wie schwanke ich nochimmerdar zwischen Recht und Unrecht, Wahrheit und Jrrthum,Tugend und Sünde! Mein Vater im Himmel, habe Erbarmenmit meiner Schwäche! Mein Wille ist heilig, aber meine Thatist falsch. Habe Erbarmen mit Deinem Kinde, welches nachBesserung strebt. Führe Du mich an Deiner Hand zur Gerechtig-keit und Seligkeit empor, nach der meine Seele schmachtet.Mein Gott, mein Vater, stärke mich durch deine Kraft. Amen.