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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
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mögen schätzbar sein, aber dein trotziger Hochmut!) ist cs nicht,mit dem du den äußerlichen Anstand muthwillig vernachlässigest,und die Menschen zwingen willst, dich zu nehmen, wie es dirgefällt zu sein. Vergiß es nicht, daß man mit aller Nutzbarkeitein sehr unnützer Mensch sein kann, sobald man neben der Ein-sicht doch nicht Klugheit genug besitzt, dieselbe auf die rechteWeise geltend und anwendbar zu machen. Was taugt vor Gottund Menschen eine Frömmigkeit, die sich menschenscheu in Ein-siedelei verbannt, und nie zur Thätigkeit kommt? Was taugenalle deine vortrefflichen Anlagen und Fähigkeiten, wenn du dichdurch ein mürrisches, wunderliches Betragen, durch einen stolzenEigensinn unfähig machst, deine Talente in Wirksamkeit zu setzen?Warum nimmst du die Widerlichkeit eines fehlerhaften Gemüthsin deinem Aeußcrlichen an, statt deine Tugend mit der dir eigenenLiebenswürdigkeit hervortreten zu lassen? Gott sieht freilich deinInneres, aber nicht der Mensch. So wie du Andere, so beurthciltder Andere dich nach dem, was du ihn: zu sein scheinst. Wirstdu nun bei allen deinen innen: Vortrefflichkeiten verkannt, soklage nicht darum, denn du hast es ja nicht anders gewollt.Warum überlassest du es dem Zufall, daß man sich von deinerBrauchbarkeit und innern Güte überzeuge? Stellt man auchdas Licht unter einen Scheffel? Wer vermuthet die edle I)crlrjederzeit in der schmutzigen Muschel verschlossen?

Innere Güte und äußere Anmuth sind die himmlischen undirdischen Geschwister, die, ungeachtet ihrer verschiedenen Natur,stets an einander hängen, nie getrennt werden sollen. Wenn selbstder heimliche Sünder den äußern Liebreiz der Tugend borgt,wie kommt es, daß der Gerechte ihn vergißt, oder wohl gar denSchein annimmr, schlechter zu sein, als er ist? Daß diesfehlerhaft, folglich unerlaubt sei, daran zweifelt wohl Niemand.Aber woher mag diese nicht ganz seltene Wunderlichkeit, dieStadelhafte Betragen oft sehr ehrenwerther Menschen kommen?

Zuweiten ist es nur die Wirkung einer früher» Übeln Er-ziehung. Man ward im Nothwendigen und allein Nützlichen deskünftigen Lebensbcrufes unterwiesen, aber nicht in dem, was sichbei solchem Berufe geziemt, gehörig gewöhnt. Man ward zu