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Aber sind alle diese mit ihren «»verhüllten Lastern und Thor,Heiken verabscheuungswürdigc-,, als der geheime Sünder? —als der, der mit seiner Schande zugleich die Täuschung aller ehr,lichen und guten Menschen verknüpft? — der jede seiner Ver,g.?hungen dadurch verlängert, daß er sich zu den Rechtschaffenenals ein Besserer gibt, denn er wirklich ist?
Vor dem offenen Verbrecher kann man sich hüten, daß ernicht gefährlich werde. Es gibt Mittel, ihn entfernt zu haltenoder zurückzuschrecken. Aber der geheime Sünder nimmt viel-leicht noch die Larve jener Tugend vor, die er im Dunkeln ver-rätst. Er bemustert sich noch des Vertrauens argloser Seelen,und vergiftet sie durch seine Mittheilungen; er nimmt noch vonden Betrogenen den Zoll der Verehrung an, während er ihresFluches würdig wäre.
Sehet, da steht der Verwahrloser öffentlichen Gutes, derBetrüger der Wittwcn und Waisen, und nimmt wegen seinerRechtschaffenheit Huldigungen an, während er mit seinen Hand-lungen öffentliche Strafe verschuldet hätte. Dort der Wucherer,wel^r insgeheim die Armuth drückt, während er sich für einenfrommen Mann achten läßt. Dort der Ehebrecher, welcher fürRecht und Sittlichkeit glcißnerisch eifert, predigt, und die heiligeRuhe der Familie mit seiner Wollust bricht. Dort der ränke-süchtige Züngler, der hier schmeichelt, dort anschwärzt, umdie Absichten seines Hasses, seines Neides, seines elenden Ehr-kitzels zu erzielen; der Zwietracht unter Verwandte, Nachbarnund Bürger bringt, und doch wie ein verdienstvoller Manngeehrt sein möchte, welchem Redlichkeit und Aller Wohl amHerzen läge. Dort der Jüngling, den zärtliche Aeltern heutenoch liebkosen; während er seine Unschuld schon in geheimenLastern verloren hat.
Wie, ist der durch Offenkundigkeit seiner Vergehen gebrand-ma'.ktc Bösewicht verabscheuungswürdiger, als diese geheimenSünder es sind? — als sie, vor denen sich Niemand hüten kann,weil sie ihr bestecktes Herz^lutt dem Schein der Ehrliebe undTugend umgeben, und die Menge der Rechtschaffenen schimpf-lich täuschen?