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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
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bindung mit ihm seine Schande zu theilen, oder von seinenGesinnungen befleckt zu werden.

Der Elende, welcher solche Schmach gelassen ertragen mag,gehört schon zu den Verworfensten seiner Gattung. Er ist viel-leicht tief genug gesunken, sich mit verzweiflungsvollcn Scherzenüber seine eigene Schändlichkeit lustig zu machen. Er wird zumGegenstand des Ekels. Ist er nicht der Vcrabschcuungswürdigste,und der geheime Sünder edel neben ihm?

Er trägt keck und schamlos seine Laster zur Schau erMietet gleichsam dem bessern Theil des menschlichen Geschlechtsin seiner Niederträchtigkeit Hohn er prangt mit seiner

Sünde!-Wie? er mit seiner Sünde? Ach nein, das

Laster prangt mit ihm, wie mit einem hingcwürgten Schlacht-opfer. Nicht er hat die scheußliche Sünde, nein, sie hat ihnLn ihrer Gewalt; sie schleppt ihn, gegen seine Wünsche, gegenseine bessern Einsichten, selbst seiner Reue zum Trotz, von einerStufe des Verderbens hinab zur andern, bis er erschöpft ist,'and unterliegt. Furchtbarer Zustand! Siehe den Trunken-bold: er wird aus dem Schlamin öffentlicher Straßen Wweg-geschleppt. Siehe den Wollüstling: seine Kräfte vertrocknen,sein Blut ist vergiftet; er geht erkrankend, eine Schmach seinerVerwandten, seines Ortes, in das schmcrzenrciche Ende seinesLebenslaufes ein. Siehe den Geizhals: die Welt ist erstorbenund kalt gegen ihn, wie sein Gold; er liegt elend, ungesegnet,darbend, verhöhnt neben seinen Schätzen. Siehe den Dieb: erschleppt sich, ein Auswurf des Menschengeschlechts, in Ketten;siehe den Räuber und Mörder: er wankt im Todesschweiße zumHochgericht. Siehe den Lügner: er möchte sich wichtig machen;abo-r der Glaube Aller ist von dem Verächtlichen abgefaltcn.Siehe den Hochmüthigen und Stolzen: er wird mit der Armuthseines Verstandes oder seinem stillen Wahnsinn ein Gegenstanddes Mitleidens, oder des Gespöttes, oder der KränkungenAnderer, je nachdem sich die Gcmüthsart zu äußern pflegt.Nicht selten endet er im öffentliche Jrrcnhausc die vermeinteLaufbahn seines Ansehens; denn nichts führt leichter zur Ver-rücktheit und Schwermuth, als ein ungemesscner Hochmuth.