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Dürste nicht nach großen Thaten, oder nenne nicht groß,was nur geräuschvoll und glänzend ist. Der nützliche Mannist der größte; und was du in deinen Verhältnissen Gutesgestiftet, ist deine wahre Größe.
Und du, dem Gott irdischen Wohlstand verlieh, daß dunicht durch die Nothwendigkest gezwungen bist, für deine Er-haltung zu arbeiten: vergiß nicht, daß ohne nützliche Tätig-keit dein Reichthum für dich die Hälfte deines Werthes verlorenhat. Nicht Gold und Gut, sondern der Genuß deiner Kräftemacht dich reich; je mehr der Mittel dir Gottes Gnade verlieh,je mannigfaltiger kannst du deine Kräfte zum Wohlsein derWelt üben. Vergiß nicht, daß nützliche Thätigkeit eine Pflichtder Dankbarkeit gegen die Menschheit sei, deren Glieder, hoheund niedere, rings um dich her arbeiten, um dein Vermögen,deinen Vortheil, deines Lebens Annehmlichkeiten zu vermehren.Du bist ihr nicht nur den Zins deines tobten Reichthums, nein,auch den Zins deiner lebendigen Kräfte dafür schuldig. DasGold, mit welchem du Andere bezahlst, ist nur geliehenes Gut;es ist noch vorhanden, auch wenn du nicht mehr unter denLebenden bist; denn Andere eignen es sich zu. Aber wenn duvon deinen Kräften für Menschenglück gebrauchst, das ist deinWerk, und das verschwindet, wenn du nicht mehr bist.
Gott, o Vater, der Du Leben, Kraft und Regsamkeitdurch alle Welten verbreitest; der Du seit Ewigkeiten her zurBescligung von Miriaden Wesen wirktest und täglich in deinergöttlichen Wirksamkeit fortdauerst, o du thätigste und höchsteund liebevollste Kraft des unermeßlichen Weltalls! Ich seheum mich noch heute, wie sich Alles in Deinen Ordnungenfröhlich dahin bewegt; wie kein Halm ohne Frucht, kein Wurm,ohne Nutzen geschaffen ist; wie Eins durch sein Leben dem
Andern dient-sollte ich allein dastehen ohne Zweck und
Bestimmung, ohne That und Nutzen? Sollte ich denn dasPfund, welches Du mir verliehen, um damit für das Wohlmeiner Miterschaffenen zu wuchern, in meiner Trägheit ver-graben, oder verstandlos in falscher Geschäftigkeit vergeuden?Sollte ich undankbar und gefühllos alle meine Mitmenschen