Werken. Nur aus Anstrengung entspringt Segen und dasBewußtsein, pflichtmäfiig gethan zu haben. Alles Ucbrigeentartet in einen geschäftigen Müßiggang, in eine gefährlicheSeibstverzärtelung, die früher oder später den Grund zu unsermVerderben legt, indem sie uns vom ernsten Gebrauch unsererKräfte entwöhnt.
Dieser Fehler ist sehr gewöhnlich eine Folge der unrichtigenErziehung, welche Kinder genießen, die man sich scheut, frühzur Anstrengung ihrer Kräfte anzuhalten. Man wünscht ihnendie Arbeit zum Vergnügen zu machen, aber verdirbt es durchfalsche Anwendung der Mittel, indem man für sie die Arbeitin die gleichgültige Reihe unterhaltender Spiele hinabwürdigt.Man gefällt sich darin, die Gunst der Kinder zu gewinnen,indem man ihnen alle Mühe erleichtert, ihnen, was sie zu thunund zu lernen haben, tändelnd beibringen will; aber vergißt,daß, wo keine Kräfte angestrengt, auch keine gehörig entwickeltwerden; daß auf Verzärtelung nothwendig Erschlaffung erfolgt.
Nützliche Thätigkeit im Menschenleben fordert, wie jedeandere Tugend, ihren Ernst, sogar Selbstüberwindung. Wersie üben will, darf nicht fragen: wann ist mir das Ge-schäft am willkommensten? sondern er muß fragen:wann bin ich dem Geschäft am willkommensten?Denn Alles in der Welt hat seine Stunde, wo es am bestenund nützlichsten geschieht; in jeder andern kann cs auch gethanwerden, aber mit ungleich geringerem Segen für uns undAndere.
Wer in jedem Stande, in jeder Lage seines'Lebens, anjedem Tage der Woche und in jeglicher Stunde des Tages immerdas zu thun weiß, was eben dann das Wohlthuendste und für-eigene oder fremde Wohlfahrt das Ersprießlichste ist: nur dermag, in Rücklicht seiner Thätigkeit, den Namen eines Weisenverdienen, welcher mit der kurzen Frist des ihm von Gott ver-liehenen Daseins zu wuchern versteht. Er lebt keinen Tag, keineStunde vergebens.
Diese Ordnung in den Arbeiten gibt ihnen erst den höch-sten Segen. Wer das Gute zur Unrechten Zeit, das Nützliche