unsere Thätigkeit zu zeigen, wo sie Niemand begehrt, wo siefolglich wenig nützt; und versäumen sie, wo man sie von unserwartet, und Jeder berechtigt ist, sie von^uns zu fordern. Wirsind in beständiger Entzweiung mit uns selbst, lind enden jedenTag mit Ueberdruß und Mißmut!).
Wer nicht mit Freudigkeit alle, auch die kleinsten Pflichtenseines Berufes vollstreckt, ist noch weit vom wahren Christen-thum entfernt, welches, wenn es sein ganzes Wesen durch-dringt, ihn, wo er auch steht, zum nützlichen Mitgliede inder Schöpfung macht. Er ist kein Weiser, sondern ein Thor,der unnöthigen Dingen nachgcht. Ihn belebt nicht der SinnJesu, sondern eine kleinliche Eitelkeit, die nicht sowohl nützenals glänzen möchte.
Als Jesus seine Schüler und Freunde um sich versammelte,aus ihnen die Lehrer der Welt zu bilden, rief er sie nicht ganzvon den Pflichten ihres ersten Berufes ab, so gering auch einsolcher in den Augen gewöhnlicher Menschen sein mochte. Wirfinden sie wenigstens späterhin wieder mit dem Fischfang be-schäftigt (Ev. Joh. Lk.), und Paulus trieb das Handwerk einesZeltmachers neben seinem apostolischen Beruf, um Niemandembeschwerlich zu fallen.
Wie unbedeutend, wie gering scheinen nicht di.? täglichenHausgeschäfte einer guten Mutter und Gattin zu sein; aberwie wichtig sind zuletzt für das Glück ihres Hauses alle ihreeinzelnen kleinen Sorgen und Mühen! Ihre Arbeiten erregenfreilich in der Welt kein Aufsehen; man spricht von ihnen nichtim Volke: aber sie bringen Segen und Wohlsein über einebeglückte Familie. Man ehrt die vollkommene, fleißige Haus-frau in ihrem Berufe. Sie ist wahrhafte Wohlthäterin allerder Ihrigen; sie ist, was Gott will, und ihre Bestimmung soerhaben, als die Bestimmung dessen, der über Millionen herr-schen soll. Wie anders, wie im Widerspruch mit sich selbst,steht das Weib da, welches voll unruhiger Geschäftigkeit gernin andern Geschäften glänzen möchte, und sich in Angelegen-heiten mischt, oder Glückseligkeiten sucht, mit denen es niemals,ohne den natürlichen Verusskreis ganz zu verändern, der Welt