vcs Himmels, wie schweben sie in unaufhörlicher freudiger Eileumher, sich oder ihren Jungen wohlschmeckende Nahrung zufinden. Der treue Hund bewacht die Heerden des Feldes; dasdienstbare Roß schnaubt dahin vor dem schwer belasteten Wagen.Der Landmann, von der heißen Sonne gebräunt, achtet nichtder drückenden Hitze. Er vollendet sein Tagwerk, und freut sichauf die Erquickungen der Abendstunde. Der Handwerksmannverläßt seine Werkstatt nicht. Es tönt sein Hammer, es rauschtsein Weberschiff von der Frühe des Morgens bis zur dämmern-den Feierstunde. Der einsame Denker, der Gelehrte, der obrig-keitliche Beamte, der Künstler sind mit den Sorgen ihres Berufesbeschäftigt; sie leben den größten Theil ihres Tages nicht fürsich, sondern für Wohlfahrt, Sicherheit, Belehrung und Bildungihrer Mitmenschen. Oft wird ihnen der Tag zu kurz und sierauben noch einen Theil der Nacht ihrem Schlafe, um ihreArbeiten zu enden in ungestörter Stille, während andereMenschen ihre ermüdeten Glieder durch Ruhe stärken.
Alles ist Thätigkeit. Wie kann dem Müßiggänger unterfleißigen Menschen wohl zu Muthe sein, die ihn als einen un-nützen Bürger mit jedem Blicke zu verachten scheinen? Er klagtüber Langeweile, während der Arbeitsame die Flüchtigkeit derZeit betrauert. Er sucht nur das Vergnügen, ohne es in vollerReinheit zu finden, während es der Arbeitsame findet, ohne eszu suchen. Schon das Bewußtsein seines Fleißes ist ihm einestille Wonne, und die Erholung von der Mühseligkeit seinesGeschäfts eine Wollust, von deren Dasein der Müßiggängerkeine Vorstellung hat.
Freilich, auch Fleißige gibt es, welche von der Morgcn-bis zur Abendstunde nicht ruhen, und dennoch selten Ursachehaben, mit sich ganz zufrieden zu sein. Denn wenn sie ihr .Tagewerk überschauen, finden sie, daß sie wenig oder nichtsgcthan haben. Alle ihr Thätigkeit war eine Arbeit ohne Nutzen;ein geschäftiges Umhertreiben, ohne Gewinn für sich selbst oderfür Andere.
Gott gab meinem Geiste nicht umsonst die Kräfte, meinemKörper nicht umsonst die Anlagen zu mannigfaltigen Geschick-