Druckschrift 
5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
Seite
56
Einzelbild herunterladen
 

Spr. Sal. t2, li.

Das nützlich anzuwcnden,

Was Du mit VaterhündenMir gütig zugewandt;

Dein treues Kind zu werden,

Das sei mein Fleiß auf Erden,Dazu gib Klugheit und Verstand.

§6ie angenehm ist mir der Anblick der mannigfaltigen Ge-schäftigkeit in den Wohnungen; und wie heiter, wie feierlichdann die ihr nachfolgende Sonntagsruhe!

Ja, die Uebung der in uns liegenden Kräfte ist schon ansich eins der höchsten Vergnügen. Müßiggang und stetes Ruhenist Pein, ist Strafe; Trägheit ist eine wahre Krankheit desLeibes oder der Seele. Selbst das vernunftlose Thier findetWohlgefallen am Spiel seiner Kräfte; und das Kind freut sich,wenn es sich in lebhaften Beschäftigungen umhertreibt.

Man kann das Beispiel des allgemeinen Fleißes nicht mit-ansehen, ohne eine Neigung zu fühlen, Theil daran zu nehmen.Wo Alles mit Lust arbeitet, seinen Wohlstand zu vermehren,oder Andern zu helfen, ergreift uns unwillkürlich ein geheimesGefühl von Scham, wenn wir als müßige Zuschauer am Wegedastehen. Jeder der frohen, sorgsamen Arbeiter scheint in seinerMiene einen gewissen Triumph zu haben, daß er sein Lebennützlicher, zweckmäßiger lebe, als wir, die wir im dumpfenNichtsthun dahinträumen, oder nach Vergnügen schmachten,wo er die Tropfen seines Schweißes vergießt im harten Berufs--geschäfte, und dann voller Stärke und Gesundheit jede, auchdie kleinste Lebensfreude doppelt inniger schmeckt.

Sehet die Biene, wie schwärmt sie rastlos von Blume zuBlume, ihren balsamischen Honig aufzusuchen. Sehet dieAmeise, wie behend und sorglich verfolgt sie ihren Lauf, ihreStadt zu bauen oder Weihrauch zu sammeln. Sehet die Vogel