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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
Seite
55
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gehört die Welt an. Er ist reich, denn Niemand kann ihm etwasrauben, das er nicht entbehren könnte; er ist mächtig, denn erfürchtet keinen Menschen, weil er keine Erinnerung einer bösenThat zu fürchten hat; er ist weise, denn er denkt, er spricht, erhandelt nie aus Eingebung seiner Leidenschaften; er ist frei.Denn seine erhabene Seele ist keiner Gewohnheit, keines Be-dürfnisses, keiner Nebenabsichten Sklavin; er ist glücklich, denner trägt den Himmel in seiner Brust, das heißt, ein frohes Ge-wissen, eine heitere Hoffnung von der Zukunft/eine entzückendeErinnerung an die Liebe der Gottheit.

Ach, und was that ich bisher? Warum war ich nicht derMächtige, Vollendete, Glückselige, der ich sein sollte, und beieiniger Kraft gegen meine Gewohnheiten und Begierden seinkönnte? Mir mangelte noch Selbstbeherrschung! Ich war nochoft eine Beute meiner ungestümen Leidenschaften. Ich regiertenicht meine Begierden, sondern sie regierten mich,, wehe, undwie oft zu meiner Reue!

Allwissender, Dir ist cs bekannt, ich war schwach. Ich gabmir nicht die Mühe, vollkommener zu sein. Ich ließ mich durchdas Beispiel anderer schwacher Menschen verführen. Ich ließmich oft vom Drange meiner Empfindungen überwältigen. Ichfehlte, ich wußte, daß ich fehlte; und doch, wie in einem Wahn-sinn, wie in einem Rausche, fuhr ich fort zu fehlen. Was halfnachher mein Zorn, mein Verdruß gegen mich selbst? Washalf alle Reue mit ihren Gelübden und Thräncn, ohne Besserung?

Beherrschung meiner selbst! dies werde nun meinZiel. Ohne diese große Tugend ist keine andere Tugend, istkeine Selbstständigkeit, ist keine Seligkeit möglich. Prüfen wistich meine Neigungen, meine Gewohnheiten, meine Bedürfnisse.Und welche von ihnen mich beherrschen, deren Joch will ichabwerfcn. Ich will frei sein durch Jesu Lehre; frei von derGewalt des Irdischen, weil ich, gerufen zur Unsterblichkeit,nicht dem Staube, sondern Gott gehöre.