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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
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Begierden besiegen, o so befriedige sie niemals in der Hoffnung,Ae durch Sättigung zum Stillschweigen zu bringen oder zuschwächen. Du löschest kein Feuer, indem du es nährest; duheilest keinen Trunkenbold, wenn du ihn berauschest; du sättigestDen Ehrgeiz nicht, wenn du ihn mit Würden überhäufest; duführst den Zerstreuungssüchtigen nicht zur Liebe nützlicher Thätig-keit zurück, wenn du ihm täglich neue Lustbarkeiten eröffnest.Gewohnheit stärkt die Begierde, und ihre beständige Beschäf-tigung erweitert ihre Macht.

Ist es dir Ernst, dich selbst beherrschen zu können, das heißt,unabhängig von deinen sinnlichen Trieben zu sein: so beginneDamit, Alles von dir zu entfernen, was deine schon so mächtig-gewordene Begierde auf irgend eine Weise reizen kann. EntferneDich von dem, was dein Gelüst, was deinen Zorn anrcgt, wasDeiner Eitelkeit schmeichelt. Meide die Versuchung: so rettestDu deine Besonnenheit.

Hüte besonders deine Einbildungskraft, daß sie dir nichtGegenstände vorgaukele, welche in dir unanständige Neigungenaus dem Schlummer rufen. Und will dich diese EinbiloungVerwirren verfolge die Vorstellungen keinen Augenblick, dieAe dir hinzaubert; zerstreue dich; fliehe den Ort, auf dem duziehst; suche andere Gesellschaft; ergreife eine nützliche ernsthafteBeschäftigung: gedenke Gottes! gedenke der Ewigkeit! deinerTodesstunde! deiner Aeltern, deiner Blutsfreunde! gedenkeDeiner Lieben, die in andern Welten deiner harren! Vergißnicht der hohen Würde, Gotterschaffener, zu welcher du berufenMorden bist!

Mit schönem Gleichmuth, mit ruhiger Besonnenheit tritttäglich ins Leben hinaus, jeden Abend aus der Welt zurück indie Einsamkeit, wo du mit Gott bist! Nie bemerke ein MenschM dir die sogenannte schwache Seite, von welcher du leicht zuübermannen wärest sonst bist du der Schlauen Spiel undSpott! Nie finde dich selbst als Raub deiner Begierden undEmpfindungen du sei der alleinige Herr in dir, und keineLeidenschaft betrete jemals den Thron der Vernunft. Wer sichÄrmerdar und unter allen Umständen selbst angehört, dem