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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
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kennen willst, um deine tiefe Versunkenheit, deine Lähmung K»rechtfertigen oder zu entschuldigen. Aber wirst du deine Schmach?eben so leicht vor dem Richter der Geister, vor der Strenge dcSAllwissenden vertheidigen können? Wird auch er einst deinefeige Bequemlichkeit entschuldigen, mit welcher du dich scheuest,deinen Leidenschaften den Krieg zu machen? Freilich, nurMensch bist du; aber du, Unsterblicher, bist auch ein Weser»höherer Art; warum lassest du dich von deinen sinnlichen Einsgedungen bewegen, schlechter, nachlässiger zu handeln, als dem«?Ueberzeugung vom Bessern verlangt? Du forderst dazu übersirdische Kräfte! Aber hast du die Gewalt schon versucht, welch?deinem Geiste eigen ist? Wer da behauptet, es sei unmöglich-daß sich der Mensch zu allen Zeiten beherrschen könne, ist schonthierisch gesinnt. Sein Geist ist schon Knecht des Körpers. Erbekennt seine Versunkenheit. Der Mensch kann, was erwill, wenn er nichts will, als was ein vernünftiges, von Gottstammendes, höheres Wesen soll!

Der erste Schritt zur Erwerbung der Selbstbeherrschung istgenaue Erforschung der Eigenheiten unsers Tem<peraments, und der daraus entspringenden unanständiger?oder bösen Neigungen. Die körperlichen Anlagen üben eine»immerwährenden Einfluß auf die Seele. Allzugroße Reizbarkeiterweckt in uns leicht Gemüthsverstimmung, Jähzorn, Neigungzur Wollust. Eine gewisse Schlaffheit macht uns träge, furcht«sam, arbeitscheu. Das Bewußtsein äußerlicher Anmuth machtuns zur Eitelkeit, das Gefühl körperlicher Schwäche zurSchüchternheit, Hinterlist oder Tücke, das Gefühl der in uns-wohnenden Stärke zum Stolz, zum Trotz, zur Härte geneigtOft ist das ängstliche, unzufriedene oder mürrische Wesen demMenschen, ihre beständige sich selbst quälende Sorge wegenfahr und Noth nur eine Wirkung ihres ihnen selbst noch ver?borgenen kränklichen Zustandes, so wie der Hang zur Freude^Lustbarkeit und Verschwendung, der Hang zum Leichtsinn uaLMüßiggang, der Ekel vor angestrengter und nützlicher Be>schäftigung eine Wirkung des heitern,-leichten Geblüts, dceangenehmen Stimmung der Nerven sein kann.