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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
Seite
49
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seines Körpers nicht untcrthänig sein, dies ist das schwersteWerk, der höchste Triumph des zur Freiheit und Selbstherrschaftberufenen Geistes.

Es hat Mancher mit Hceresmacht die Welt überwunden,aber seine eigenen Leidenschaften konnte er nicht besiegen. Er bliebein kleiner Geist, dienstbar seiner niedrigen Ehrsucht, ein Sklavseines verderblichen Ländergeizes. Es hat Mancher durch denHauch seines Mundes Millionen beherrscht und geleitet, aberseine eigenen thierischen Triebe konnte der Elende nicht beherr,scheu; er war der Knecht seiner wollüstigen Gefühle, oder seinesZorns, oder seiner Eitelkeit, und schlaue Bösewichte leiteten ihnnach Willkür am Zaum und an der Fessel dieser Laster.

Selbstbeherrschung ist das hohe Ziel des Weisen, die er,Habenste Ehrenstufe in der Geisterwelt, wohin empor der Christstrebt.

So lasset nun die Sünde nicht herrschen ineuerm sterblichen Leibe, ihr Gehorsam zu leistenin seinen Lüsten! ruft uns die Stimme des göttlichenWortes zu. (Röm 6, 12.)

Und wer kennt etwas Erhabeneres auf Erden, als den, derimmer sich selbst in der Gewalt hat, und mit reinem Gewissendem Bettler, wie dem Fürsten, und dem Tode selbst unerschrockenentgegentritt? Er läßt sich nicht durch die entehrenden Bandeleiten, welche man wohl dem Schwächling anlegt. Umsonstsuchet ihr ihn durch Lockungen der Wollust, durch Titel undWürden, oder durch Drohungen von Ungnade treulos an sichselbst zu machen. Eingedenk seiner eigenen Würde, seiner Sohn-schüft zum erhabensten aller Wesen, seiner ewigen Bestimmung,vernichtet er in seiner Brust jede erwachende Leidenschaft, undgeht unantastbar, unbezwingbar, immer frei und sich selbst ge-hörend, größer als Fürsten, einem Gott gleich, durchs Leben.

Wer sich selbst zu beherrschen weiß, den kann kein Andererbeherrschen. Sein Gleichmuth bändigt den Zornigen, seineFurchtlosigkeit den Drohenden; seine Bescheidenheit lähmt dieVersuche des Ehrgeizes; seine Einsamkeit entwaffnet die An-schläge der Wollust; sein edler Stolz schreckt den heimtückischenV. 3