Weltall. Alle religiösen Menschen erscheinen uns als Betrüqeroder arme Betrogene. Die Welt, das ganze Dasein wird zumfinstern Räthsel. Man wird endlich an sich selbst irre. Manhat keinen reinen Geschmack der Lebensfreuden mehr, und imLeiden keinen Trost. Man sehnt sich in den blinden Glaubender Kinderwelt zurück, und fühlt die Unmöglichkeit, je wiederdahin zu gelangen. Man schmachtet nach Licht und Ruhe; haßtdie Zweifel und hat doch zum stillen Glauben weder Kraft nochMuth.
In diesem unseligen Zustande n'ngt man immer mit sichselbst, und gelangt zu keinem Siege, weil man sich fort undfort täuscht, oder Unmöglichkeiten will, und mit dem Maßstabeder Gefühle oder der Einbildungskraft ermessen möchte, wozuder Maßstab der reinen Vernunft gehört. Man kann das Ewigenicht mit der Einbildungskraft fassen, darum verwirft man es,und will vom Geistigen, Unsichtbaren auf dieselbe Art versichertwerden, wie von sichtbaren, körperlichen Dingen. Man geräthnun von einem Widerspruch in den andern; man kann sich vonfeinem eigenen Geiste keine Vorstellung machen, aber läugnetdoch dessen Dasein und wunderbares Walten nicht; aber manbezweifelt die Gottheit und ihr wunderbares Walten, weil mansie sich nicht vorstcllen kann, wie andere Dinge. Und doch sprichtGott groß und liebend täglich zu uns durch seine Wirkungen inund außer uns, wie unser Geist sich durch Gedanken und WorteVerkündet. Die Natur der Dinge aber ist der Gedanke undLas Wort Gottes zum menschlichen Geist.
Der Zweifler fehlt darin unaufhörlich, daß er das UnsichtbareWen, das Nichtirdische, Nichtmenschliche irdisch und menschlichdargethan wissen will. Er will, was er zu wissen begehrt, uwwidersprech'nch erklärt, dargestellt, bewiesen haben. Läßt sichdas Dasein des Geistes in uns beweisen, so ist auch das Daseinder Gottheit zugleich bewiesen. Denn daß ein Gott waltet, istuns offenbaret, durch ihn selbst, in den Gesetzen unsererGedanken, die so eingerichtet sind, Laß sie uns alle nothwendkgund unabänderlich immer auf ihn zurückbringen. Das ist dieSelbstoffenbarung der Gottheit in der Menschennatur. Darum