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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
Seite
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glaubten seit Anbeginn alle Völker der Erde, ohne von einandererfahren zu haben, an das Göttliche.

Alle Weltweisen haben über das Walten des lebendigenGottes kein einfacheres und erhabeneres Wort gesprochen, alsdas Wort der heiligen Schrift, wie es David vor Jahrtausendenaussprach, einleuchtend dem Gelehrtesten, wie dem Kinde: Derdie Menschen lehret, was sie wissen (Ps. 94, 10.), siewollen zweifeln? Der dasOhr gepflanzt hat, solltevernicht hören? Der das Auge gemacht hat, sollteder nicht sehen? (Ps. 94, 9.)

Der erste Schritt, um v;n der Gemüthskrankheit desZweifelns und von der Irreligiosität zu genesen, muß einegewaltsame Losreißung von allen Zweifeln, ein Nichtmehr,darandenken sein. Man muß sich ihrer durch absichtliche Zer,streuung gänzlich cntschlagen; Monden und Jahre lang dasGrübeln über religiöse, überirdische Gegenstände schlechterdingsmeiden. Dann erst gewinnt das Gemüth die alte Festigkeit undFreiheit, die rechte Unbefangenheit wieder, um für die Wahrheitempfänglicher zu werden. Dann oft ungcsucht findet der Geistmit Entzücken seinen Gott, den Trost des ewigen Lebens, dieseligste Zuversicht, die tiefste Beruhigung wieder. Und manversteht, was vorher Räthsel gewesen; und erstaunt, die ein,fache Hoheit, Klarheit und Wahrheit in Jesu Lehren je ver,kannt zu haben. Und das Evangelium wird in unfern Gemüthernerquickende Kraft Gottes. Und wir erkennen, daß nichts sterblichist, als das, was uns an der Liebe der Unsterblichkeit hindert.

Religiosität ist der Alles verklärende Lichtstrahl durch dieGeisterwelt; ohne ihn überall Finsterniß, Verwirrung, Unter-gang. Wie ein hoher, religiöser Sinn den Greis verjüngt, somacht dieser Sinn die Jugend männlich und stark, und er rüstetsie mit der Weisheit des Alters aus. Der Jüngling, wie dieJungfrau, mit Gott und Ewigkeit in Verknüpfung, werden nurGottes und der Ewigkeit würdig zu denken, zu reden und zuhandeln streben. Sie tragen das Bewußtsein: Gott, demRichter auch des Verborgenen, gefällig zu sein; und thun gegen