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ist, ja, daß dies auch nicht zu bestehen pflegt. Anfänglichgrünt es, mit der Zeit aber fällt es als eine schwache Blütheab, nnd lest sich auf; was aber wahrhaft und aufrichtig ist,dies erfaßt diese Wurzel."
Mit der Kirche Gottes auf Erden bat es eine wunderbareBeschaffenheit. Hier hat der Herr einige bestellt als Lehrer,andere als Prediger, wieder andere als Hirten, wie der Apostelselbst sagt. Diese Hirten haben ihre Hüter und Wächter, diezuerst anfangen zu schreien, wenn Fremdlinge oder gar Wölfezum Vorschein kommen und drohen, die Heerde zu verwirren;sic rufen auch, wenn unter die Schafe selbst Unordnung sicheinschlcicht. Dies Schreien nnd Rufen ist ihre Pflicht, nndwenn sie zu dieser Zeit stillschwiegcn, so würden sie straffällig.
Wenn Schreiber dieses für jetzt also seine Stimme erhebt,so weiß er, daß cs Zeit ist nnd Noth thut, weil ein Fremdlingim Anmarsche ist, um sogar selbst dem Hirten Befehle zu cr-tbcilen, und zu sagen, wie er den Hirtcnstab richten soll, damitdie Heerde desto freier sich selbst weiden könne. — Wenigen istes gegeben, dies Wort zn verstehen; es ist ihnen auch genug,wenn sie eS nur hören; der Nachlaut wird ihnen verständlicherwerden. Der Zweck dieser Schrift wird jedem, der sie liest,sich bald aufschließen, wenn ihm die Veranlassung dazu ver-schlossen bleibt.
Dem ruhigen Beobachter kann es nicht entgehen, daß sichbei mehreren Katholiken unserer Zeit eine gewisse Glaubenskälteeinschlcicht, die oft in der Unwissenheit, nicht selten in einerverderblichen Nachahmungssucht anderer Glaubensgenossen ihrenGrund hat. Erfahren wir nicht, daß Katholiken, die von derstrengen Nothwendigkeit der heil. Taufe überzeugt sind, ihreneugeborne Kinder oft mehrere Tage ohne Taufe eben so liegenlassen, wie die Evangelischen, denen die Taufe kein zum ewigenHeile so streng nothwcndigcs Sakrament ist.*) Bei gemischtenEben ist dieser Fall häufiger, der die katholische Geistlichkeitwegen der Gefahr der schwachen Kinder in nicht geringe Ver-legenheit setzt. Andere verlangen sogar, daß die Kinder in ih-ren Häusern getauft werden, bald unter dem Vorwände derSchwäche, wozu man sich gar leicht ein ärztliches Zcugniß cr-
*) Den Kennen, der Literatur ist dieß bekannt. — Im Jahre 1784haben die Präsides der rcformirten Synoden ini Herzogtbum Bergan die Regierung zu Düsseldorf berichtet, daß cS nach ihren Glau-benrgefttzen nicht nötbig >e», LieTäusiinge mit Wasser abzuwaschen,sondern genug ft», dielelben mit Wasser zu besprengen; auch ft»keine Jäh, oder Nolblaufe gestattet, indem sie die Taufe für einewesentliche Notbwendigkcit zur Seligkeit nicht erkennen, auf welchedie Jabtauft sich gründet.