v. Stammer.
910
Testamentarisch hatte er das Gut Kottmarsdorf seinem einzigenSohn Friedrich Anton zugeeignet, während seine Witwe und seineTöchter Marianne und Amalie den Nießbrauch haben sollten h.
Friedrich Anton Frhr. v. St., kursächsischer Kammerjunker, wurdeam 26. Nugust 1784 belehnt mit dem väterlichen Gute Kottmarsdorfund den daselbst befindlichen fünf Frenzelschen Häuslern. Tr trat nochin demselben Jahre das Gut seiner Mutter, Frau Taroline Freifrauv. St., geb. v. Berlepsch, ab, da sie ihr ganzes vermögen, 5500 StückDukaten, zum Ankauf von Kottmarsdorf hergegeben und damit denhalben Kaufpreis bestritten habe. Friedrich Anton verzichtete ferneram 9. September 1784 auf die Sukzession im Mannlehngute Kottmars-dorf und auf die Erbschaft seiner Eltern. Frau Taroline verw. Baroninv. St. wurde am 9. September 1784 mit Nottmarsdorf belehnt. Sie ver-kaufte das Gut im Jahre 1793 an Frau Johanna Elisabeth verehelichteMehlhose, geb. Nudolph und an Johann Lhristian Nudolph für 39 500Taler und 100 Dukaten Schlüsselgeld.
Wappen: Das Stammwappen zeigt im goldenen Schilde drei übereinander liegende, mit den haken abwärts gekehrte schwarze Wolfs-angeln. Kleinod: Eine mit den haken aufwärts gekehrte schwarze Wolfs-angel, deren haken je mit einem pfauensederbusch besteckt sind. Deckenschwarz-golden. Siebmacher I, Taf.111, Nr.9 unter den „Schwäbischen".
v. Stammer.
Das alte Sächsische Geschlecht v. Stammer, das aus dem Anhaltischenstammen soll, machte sich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts inder Gberlausitz ansässig. Hieronymus Friedrich v. St?), Sohn desWolfenbüttel scheu Kammerjunkers und Hauptmanns Hans Adam v. St.und dessen Gattin geb. v. pflugk, wurde am 23. Juni 1712 zu Wolfen-büttel geboren, studierte in Wittenbergs), wurde Assessor der Landes-regierung in Dresden, wirklicher Hof- und Justizrat, 1752 Vizekanzler,1755 Kanzler, dann Konferenzminister und wirklicher Geheimer Nat, 1764Landvogt der Gberlausitz h, 1773 Dompropst des hochstifts Meißen. Er
h ImKirchenbuchderkatholischenHoskirchezuvresdenfindetsichunterdenOopuIatizum 13. Npril 1785! „Illustrissimus üoininns lloannss llosspüus äs Orisstäs Korsjl, slsotoraiium prastorianorum Nsivstioruin ospitansns, inarssokaiusLaxonioi psclsstris sxsroitus st äorninus aursas oiavis aä aularn lillsstorisSaxonias — llllnstrissiina bsrnla Naria -Vinalia Nranoisoa libsra baronnsäs Ltain, ästunotas ssrsnissiinas prinoipis Larolinas Antonias a nobilibusaula obssguiis, Is^itima tiiia cietuneti iliustrissimi üornini OoininioiZVoIt§an§i libsri dsronis äs Ltain, rnarsssbali Laxonioi psässtris sxsroitusst sguitis oum maiors oruos orclinis Lavarioi sanoti ktioüaslis". sZreundlicheMitteilung des Herrn Itegierungsrats Or. Lippert.)
Nekrolog im Laus. Magazin 1778, S. 13, 65; vergl. auch Näuffer, Nbrißder Gberlaus. Geschichte, I V. Teil, S. 675.
h Seine Wittenberger Dissertation verzeichnet Gtto, Lexikon der Gberlaus.Schriftsteller und Künstler, III. Bd., 1803, S. 320.
h vergl. Nachricht von der Instnllirung H. §. v. Stammers als Landvogt inBautzen, Gberlaus. Nachlese 1764, S. 51.