Scholz v. Schollenstern.
821
1614, war zweimal vermählt und hatte aus seiner im Jahre 1573 ge-schlossenen zweiten Ehe mit Helene Räber sechs Rinder. Die ihn über-lebenden beiden Löhne Emanuel Friedrich und Nathanael GebrüderScholz erhielten vom Kaiser Ferdinand II-, Dedenburg, den 30. Oktober1625, einen Adels- und lvappenbrief mit dem Zunamen v. Lchollen-sternh. Emanuel Friedrich, Lchulkollege, später Senator in Görlitz,war am 6. März 1580 geboren, vermählte sich dreimal und hatte ausjeder der drei Ehen Rinder^). Nathanael, sein jüngerer Bruder, istseiner Nachkommenschaft wegen für uns wichtiger. Er war am 2. August1589 geboren und starb am 4. März 1634 im Alter von 444/2 Jahren.Am Tage Egidii des Jahres 1619 jl. Septemberj war er in denGörlitzer Nat aufgenommen worden und wird im Jahre 1629 „einer derbefreundetsten und begütertsten"in Görlitz genannt. Er besaß Deutsch-Ossig (8 von Görlitz). Dreimal war er vermählt: I. mit MarthaBergerin, die am 29. November 1616 starb; II. mit Anna Schnitter inI;III. am 16. Dezember 1622 mit Elisabeth Tunradin. Sein erstes undeinziges Rind aus erster Ehe wurde totgeboren; sein einziges Rindzweiter Ehe, eine Tochter Anna Maria, starb in früher Jugend imJahre 1629. Aus dritter Ehe hatte er neben drei Töchtern einen SohnLhristian Friedrich. Dieser, am 12. August 1632 geboren, starb am15. März 1674 in Görlitz, wurde am 18. d. M. nach Deutsch-(Ossiggebracht und daselbst bestattet, vermählt war Lhristian Friedrich:I. seit dem 11. Oktober 1656 mit Anna Thristiana Friesinh, die am
>) verzeichniß Dberlaus. Urkunden, II. vd., 5. 298. Daselbst ist irrtümlichEmanuel und Friedrich durch ein Komma getrennt, als ob es sich um zwei Personenhandelte; vergl. aber Neues Laus. Mag. Bd. 3, S. 493; vd. 35, S. 135; vd. 86, S. 78.Nach I. G. L. Dorst, Wappenbuch, II. vand, 5. 61 erhalten neben den beiden Löhnengleichzeitig die 3 Töchter des Bartholomäus: Helena, Zghma und Nosina den Ndelsbrief.
2) Schäffersche Tabellen, denen auch die folgenden Daten entnommen sind.
tz H.-St.-K. Noo. 9517, Dberlaus. Justizsachen, vol. VII. Nathanael, nochnicht vierzig Jahre alt, bat im Jahre 1629 den Kurfürsten, ihn wegen großer Leibes-beschwerung, „proptsr sumirium oalouli äolorsm" aus dem Natstuhl in Görlitz zuentlassen. Nach einem in dem genannten Jahre an den Kurfürsten gerichteten Berichtdes Görlitzer Rats in dieser Angelegenheit verfügte Johann Georg I. . . . „Wanndann daraus soviel zu vernehmen, daß Scholzens Leibesbeschwerung sich nunmehrverloren und er dergestalt wieder zur Gesundheit gelangt, daß er demjenigen, so imNathstuhl zu vorrichten, wohl abwarten kann, auch sonsten keine erhebliche Ursach,worumb ihme aus demselben zu verlauben angeführt wird, als können Ihro Thurfl.Durch!, seinem Luchen nicht stadt sgebens, sondern lassen ihme hiermit befehlen, demNathstuhl wie bishero, also hinfüro bepzuwohnen. Signatum Dresden, am 23. Juni1629". Nathanael brachte aber Ntteste zweier Arzte bei, worauf der Kurfürst am20. Juli 1629 bewilligte, . . . „daß ihme, Schulzen, der gesuchte Verlaub aus demNathstuel erteilt werden möge" . . . Ebenda.
tz Über Ndelung von Angehörigen der Görlitzer Familie Schnitter in denJahren 1536 und 1562 siehe verzeichniß Dberlaus. Urkunden, II, S. 148 und 197.vergl. auch Neues Laus. Mag. Bd. 66, S. 133 ff. Auch der Görlitzer Familie Lonrad,der Nathanaels dritte Gattin angehört, war im Jahre 1562 Wappen und Kleinodverliehen worden, verzeichniß Dberlaus. Urkunden, II, S. 195.
b) Lin gut ausgeführtes Alliance-Wappen v. Schollenstern und Friese befindetsich auf einem keine Inschrift tragenden Gedenkstein an der Außenmauer der Kirche zuDeutsch-Dssig. Hellas Friess erhielt am 18. Mai 1541 einen Wappenbrief, verzeichnißDberlaus. Urkunden, II, S. 156; Vorst, Wappenbuch, I. Bd., S. 133, Taf. 107.