Druckschrift 
2 (1913)
Entstehung
Seite
594
Einzelbild herunterladen
 

594

v. Riaucour.

9. II. Earl Gustav Ernst, * zu Lautitz 19. Februar 1823,gefallen bei Gitschin am 29. Juni 1866, königl. 5. Hauptmann, X Frank-furt a. d. G. 29. Dezember 1862 mit Meta Niedhard.

10. II. Adelaide Louise, ch zu Dresden 9. Mai 1830, 1^2Jahr alt.

Die Geschwister verkauften das Gut Zerna am 26. März 1835an den Rechtskandidaten Johann Friedrich Richter auf Milchen.

Frau Friederike Louise Christiane geb. v. Murmgart, die in ersterEhe vermählt gewesen war mit Johann Ernst v. Gersdorss auf Lautitz,in zweiter mit Johann Erdmann v. Gersdorff, in dritter mit FriedrichErdmann v. Thielau, adoptierte vermöge des am 7. August 1822 ab-geschlossenen Vertrags die unter Nr. 1, 2, 4, 5 ausgezeichneten vier Rinderdes Landesältesten Ernst Earl Gottlob v. R. aus seiner ersten Ehe undernannte sie zu Universalerben. Dem Gatten ihrer ältesten Adoptiv-tochter, Julius Gottlob v. Nostitz, verkaufte sie 1828 Lautitz, ihre jüngsteAdoptivtochter Tiara Maria v. Nex, gen. v. Thielau, setzte sie alsErbin ihrer Güter Wurschen, Nechern mit Rohlwesa, Neigern(sämtlich 0 von Bautzen) und pertinentien ein dergestalt, daß alle Güter,Parzellen und Gerechtigkeiten beisammen bleiben sollten. Vis zu ihrerMündigkeit erhielt die Erbin Indult, am 6. Oktober 1837 wurde siemit den Gütern belehnt.

Der unter Nr. 2 erwähnte Adolph Ernst v. N.-Thielau kauftevon Eurt Heinrich Ernst Grasen v. Einsiedel am 31. Dezember 1838 dasGut Nodewitz (0 von Bautzen) für 37 000 Taler; am I.März 1839erhielt er den Erbbrief.

Wappen, adeliges: Im goldenen Schilde auf grünem Dreihügeldrei neben einander stehende, nach oben divergierende grüne Baumstöcke,jeder mit fünf abgehauenen Asten. Der mittlere Stock ist oben beseitetvon zwei roten Rosen. Rot-goldener Bausch. Kleinod: Die Schildfigur.Decken rot-golden.

v. Maucour, Grasen.

Peter RiaucourH, geboren zu Warschau im Jahre 1693 alsSohn eines Lothringers, der sich in Warschau ansässig gemacht und durchHandelsgeschäfte ein beträchtliches vermögen erworben hatte, übernahmdas väterliche Geschäft und vermählte sich am 22. Mai 1718 mitFranziska Witthosf. Sie brachte ihrem Gatten ein bedeutendes ver-mögen mit und starb nach glücklicher Ehe am 26. Dezember 1727.Peter Riaucour, der in seiner Eigenschaft als Bankier auch die Geld-geschäfte des Hofes zu besorgen hatte, wurde zum königlisch polnischenkurfürstlich Sächsischen Rammerrat ernannt.

Peter hinterließ einen einzigen Sohn Andreas, geboren 1721, derim Jesuitenkolleg in Lyon erzogen wurde und daraus die diplomatischeLaufbahn ergriff.

tz vergl. v. Weber, Kur vier Iahrhunderten, N. Z. I. Band, 1861, 5. 267, 268.