v. Landeskrone.
Ausnahmsweise behandeln wir die Geschichte des Geschlechtsv. Landeskrone auch während einer Zeitperiode, die einige Jahrhundertehinter der zurückliegt, aus die wir uns, dem plan dieser Arbeit gemäß,zu beschränken haben').
Nach Janckes^) Vermutung stammt die Dberlausitzische Adels-familie v. L. von den Rheinischen") Herren v. Landscron ab, die im
13. Jahrhundert, als die Kämpfe der Deutschen gegen die Slaven imöstlichen Deutschland andauerten, in die Dberlausitz gekommen seien undaus dem südwestlich von Görlitz aus der Ebene aussteigenden Berge sichfestgesetzt hätten. Nach ihnen sei der Berg „Landeskrone" genanntworden"). Wenn die Gleichheit, oder wenigstens annähernde Gleichheitdes Wappens zweier Familien beweisend ist für ihre Zugehörigkeit zueinem und demselben 5tamm"), so mag die Annahme Janckes wohl zuRecht bestehen, vergl. unten 5. 8: Wappen.
H Kn gedruckten Quellen zur Geschichte der Dberlausitzischen v. L., zugleichauch des Berges „Die Landeskrone" bei Görlitz, liegt, abgesehen von zerstreutenkurzen Mitteilungen, im wesentlichen nur folgendes vor: Christian Kn auth, DieLands-Lron bey Görlitz, in Rrepsigs Beiträgen zur Historie derer Chur- und Fürst-lichen Lande, III. Teil, 1756, 5. 522 — 553, eine sehr fleißige Arbeit, wenn auch nichtfrei von verschiedenen Unrichtigkeiten; Jancke, Die glaubwürdigsten Nachrichten überdie Landskrone bei Görlitz, in den Abhandlungen der naturforschenden Gesellschaftzu Görlitz, II. 8d., 2. Heft, 1838, 5.113 —127; sJanckes, Beschreibung der Landes-krone bei Görlitz, Görlitz 1847, in 8. Auflage I8Y1 erschienen. Diese drei Arbeitenberücksichtigen auch die Familie v. L., sie beschäftigen sich indessen hauptsächlich mitder Geschichte des Berges Landskrone; ihre verf. ziehen zum Teil auch die wichtigenalten Görlitzer Ltadtbücher zu Rate. Rnothe gibt in seiner Geschichte des Vber-laus. Adels, 187Y, 5.328-324 eine Geschichte des Geschlechts v. L. von 1225-1380.
2) Beschreibung -c. 1847, 5.42; 1841, 5.38.
») Noch ein anderes altes Vberlausitzisches Kdelsgeschlecht, die v. Metzradt, sollseine ursprüngliche Heimat am Rhein, und zwar am Niederrhein, in Holland, gehabthabe». Diese Vermutung spricht 1618 der bekannte Or. Taspar Dornavius, damalsDirektor des 5chönaichianums in Beuthen, aus. vergl. Larpzov, Lhrentempel derDberlausitz, 1714, II. Teil, 5.211. Rnothe schließt sich der Meinung Dornaus an.vergl. Neues Laus. Mag. Bd. 44, 5. 161, sowie seine Kdelsgeschichte, 5. 360.
tz wilh. Günther sagt in seinem Ooäsx äiplom. Rtisno-Nosellairus, 1823,II. Teil, 5. 18 ff. über die Rheinischen Herren v. L., es seien die Burggrafen undHerren v. Landscron ursprünglich Ritter v. 5 in zig und Reichsvasallen gewesen.Gerhard v. 5inzig erscheint 1244 einmal als Ritter v. Landscron, ein anderes Malals Ritter v. 5inzig und Burggraf v. L. In der Folge kommt er, mit Weglassungdes Namens v. 5inzig, bloß als Burggraf v. L. vor. 5ein 5tamm pflanzte sich im
14. Jahrhundert fort, vergl. auch G. Frhr. v. Düngern, Der Herrenstand imMitttelalter, I. Bd., 1408, 5. 136.
H Zeit dem Anfänge des 13. Jahrhunderts wird die 5itte, ein wappenbild aneine agnatische Familie zu binden, zu einer Regel, der sich gewohnheitsgemäß dergesamte Herrenstand fügt. D. Frhr. v. Düngern a. a. V. 5. 437.