Druckschrift 
4 (1844)
Entstehung
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303
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Mann, so daß die metrische Zeile ihr Ohr mit dem Zauber rührte,mit dem das Rauschen der verstandlosen Ceder, die über dieGruft des Freundes oder das Ruhebette der Freundin hinhängt,das Ohr des Zurückgebliebnen, oder des Geliebten füllt. Ichglaube, wäre es das Einmal eins gewesen, Thränen desEntzückens hätten die Einmalcinstafel benetzt. Allein die Kri-tik besteht ja nicht bloß aus Ohren, wie die Fama aus Zungen.Ich schwieg aber dennoch, bis ich endlich fand, daß jeder den-kende Kopf, der mir vorkam, oder mit dem ich in Briefwech-sel stand, mit mir einerlei dachte, aber aus Liebe zur Ruhe unddurch andere Verbindungen zurückgehalten, schwieg. In jenenKöpfen keimt jetzt vielleicht das Saamenkorn eines richtigernGeschmacks des künftigen Jahrhunderts und zugleich meine Ver-theidigung. Wenn jemand Dryden's") Ode mit Entzückenläse, sich dreifach stark fühlte, wenn Gleim") singt:Erschalle, hohes Siegcslicd rc.,Klopstock's"') stslrst inslor mit der heiligen Wehmuth läse,die er erwecken wollte, und eben dieses Dichters Gericht überdie Eroberer mit Grausen, vermischt mit einem wollüstigen Ge-fühl seiner eigenen Sicherheit; wenn ihm das Haar aufstiege,wenn er unter Lenorens Pferd die Brücken donnern hört;

') John Drydcn, geb. 1631, gest. 1701. Verfasser derOde: t^Ioxsiielers lasst rc.

") Joh. Wilh. Ludw. Gleim, geb. 1719, gest. 1802.

'") Friedr. Gottlieb Klopstock, geb. 1724, gest. 1803.