schämt haben; das hatte er nun freilich nicht nöthig, er sahdas Ganze als eine Speculation an, und es war der Mühewerth, einmal zu versuchen, wie weit man es in Wiederherstel-lung der Buchstabenlaute eines ausgestorbenen Volks bringenkönne. Hätte er die Art, so zu lesen, mit Hitze eingeschärft, ja,hätte er in seiner Muttersprache sogar die Worte so zu schreibengesucht, so hätte er nicht Erasmus sein können. Hätte Je-ne lon') likailisi statt Helm geschrieben, so hätte er so unmög-lich den Telemaque schreiben können, als I)r. Senst") die großePhysiologie. Denn kein großer Mann sucht eine Ehre in Neue-rungen, die in Absicht des Nutzens nicht einen Schuß Pulverwerth sind, und zu machen kaum Pavians Talente erfordern.Aber, Wahrheit, Wahrheit muß man suchen, ruft Hr. B.,Lessing'") hat es gesagt. Soviel ich weiß, haben das mehrehrliche Leute gesagt. Bei dieser Citation ist mir die Leichenrededes Schulmeisters eingefallen, die sich anfing: Die Mensche»find sterblich, sagt Cicero. Was ist aber denn bei diesemSchöpsen-bii Wahrheit? Ist das Übliche in Kleinigkeiten denngar nichts? Wenn jeder Pinsel den gegenwärtigen Stand der
') Fenelon, Franxois de Salignac de !a Motte, geb. 1652,gest. 1718.
") Adam Andreas Senst, geb. 1740, gest. 1795. Llemeirt-»plrg-siologisv p-UlioloAieav all Imotiones sccommoäat«. 3 ^ <>!I.>Vürrl>ui'A 1774— 1779.
'") Joh. Gotthold Ephraim Lessing, geb. 1729, gest. 1781.
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