Druckschrift 
4 (1844)
Entstehung
Seite
223
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aber besser denken, als schreiben oder lesen. Es ist überdemleicht und überhaupt von seltenem Gebrauche, es wäre denn.

viel mehr verborgen läge, als sich manche Tadler vielleicht vor-stellen. Der Tadel kann sich nicht darauf beziehen, daß wireine Person so anreden, als wären es mehrere, denn das thunjene Nationen selbst, er beziehet sich also entweder auf unseregrößere Mannichfaltigkeit hierin, oder darauf, daß wir, um dieseMannichsaltigkeit zu erhalten, die Personen, die wir anreden,auch als dritte betrachten, indem wir Er und Sie sagen. Er-steres ist sicherlich kein Fehler, so lange mit der Mannichfaltig-kcit der Zeichen auch Mannichfaltigkeit der Begriffe verbundenist, und dieses ist gewiß hier der Fall. Wir unterscheiden inVerhältnissen zwischen Menschen gegen Menschen sehr viel feinerals andere Völker, und dieses, der Grund davon liege nun indeutschem Familienstvlz, oder deutscher Philosophie, ist alle Malein großer Gewinn für die Sprache überhaupt, wie wir gleichsehen werden. Letzteres, wenn es Tadel verdient, verdient ihnnicht mehr als jede Vieldeutigkeit der Wörter, wovon es in allenSprachen wimmelt; denn kein Deutscher, der mit Jemandendurch Er und Sie spricht, denkt sich dabei noch dritte Personen.Diese Wörter sind also weiter nichts als alte Zeichen, auch fürneue Begriffe beibehalten, welches freilich zuweilen Zweideutig-keit verursachen kann, so wie tausend Wörter in allen Sprachender Welt es können; so wie sie auch bei Vous und Von, unddem >1 stattfinden, das bei uns allerseits, bald 1000, baldZlousieur und bald Alagistor, bedeutet. Das ist eine Kleinig-keit. Hierüber geht aber auch der Spott nicht her, sondernüber jene Mannichfaltigkeit, und die Subtilität in der Unter-