Druckschrift 
4 (1844)
Entstehung
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Wenn sie jung und gesprächig sind, so sind sie gewöhnlichunerschöpflich, sobald sie Kinder auf den Armen haben, undselbst die jüngsten und völlig unschuldigen spreche» und handelnalsdann mit einer Art von Begeisterung, und die Biegsamkeitunserer Sprache gibt ihnen dazu Raum genug; Alles verkleinertsich mit dem Kinde:

Guten Morgelchen, mein Engelchen! Prositchen,mein Herzchen! (wenn das Herzchen nieset); Adjeuchen!O du lieber Göttchen! hörte ich ein Mal, da sich das Kindweh gethan hatte; in Frankfurt ein Mal: Sieh Wil Heim-chen, das ist dein klein T/a §»cu,-ch e n! So geht es durch-aus mit nominibus, vorbis, sckverliUs etc.'). Es läßt sich

') Ich kann bei dieser Spielerei nicht umhin, über eineandere Eigenheit unsrer Sprache eine ernsthafte Anmerkung zumachen. Es ist ein rechter Favoritspott der Ausländer, zumalder Engländer und Franzosen, über unsere Sprache, daß siesagen, es sei thöricht von uns gehandelt, zu Einer Person, baldDu, bald Er, bald Ihr, bald Sie zu sagen. Ja, Deutsche,und noch ganz neuerlich ein sehr guter Kopf, geben ihnen darinSiecht. Letzterer sagt: die Engländer, indem sie Alles mit Vouanredeten, gingen in einer Thorheit (nämlich der, eine Personin der mehreren Zahl anzureden), doch nur halb so weit alsWir. Ich muß gestehen, daß ich dieses nicht glaube, und ichhoffe, der Leser wird mir am Ende Siecht geben. Es ist alleMal hart und unbillig, verjährten Sprachgebrauch, den derWeiseste nicht mehr ändern kaun, eine Thorheit zu schelten undfast unverzeihlich, wenn eben in diesem Sprachgcbrauche sehr