Druckschrift 
4 (1844)
Entstehung
Seite
218
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Sie sind in großen Städten gemeiniglich sehr fein, weil siemit Feinheit, und hier und da sogar mit Schlauigkeit, gewähltwerden; man darf nur an solchen Orten etwas weniges Erfah-rung mitbringen, um einzusehen, daß jedes Kammermädchendas Paradigma abgeben könnte, eine Hofdame darnach zu de-clinircn. Die feinsten darunter gehören auch daher mehr in jeneClasse, als hierher. Doch gränzen sie durch Niedrigkeit der Her-kunft oft an die folgende Stufe, die mehr hierher gehört.

Sie besitzen, mit einem großen Theil des weiblichen Ge-schlechts, zumal sobald sie die Tanztarantel gestochen hat, oftin einem hohen Grade die Gabe, sich dumm zu stellen, ehe sieklug sind; das, was sie nicht verstehen, so anzuhören, als ver-ständen sie es, und was sie verstehen, als verständen sie es nicht;die Gabe, auf den nicht hinzusehen, den sie nur allein gegen-wärtig fühlen, und mit dem freundlich zu thun, von dem siesich kaum bewußt sind, daß er gegenwärtig ist; mit einemWorte die ganze Kunst, auszustreichcn, auf daß und da-mit man es lese, wie einige Leute in ihren Briefen die Ge-wohnheit haben, ist ihnen bekannt. Einen Seufzer zu verhü-tten, ist ihnen sehr früh eine Kleinigkeit. Man irrt sehr, wennman alle diese Züge nur in der höher» Welt sucht, dieses ver-stehen sicherlich Personen, die lebenslang 20 mit der Null voran,und Mich! in ihren Hausrechnungcn, wenn sie welche für sichführen, statt Milch schreiben, auch wohl gelegentlich behaup-ten, es sei recht. Es geht weit, und würde unmöglich sein,wenn es studirt werden müßte: so aber ist es die Geometrie der