Druckschrift 
4 (1844)
Entstehung
Seite
92
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Ihren Verstand retten sollen. Denn wissen Sie wohl, daß !Herrn Mendelssohns Abhandlung nicht sür Sie, sondern geradefür Ihren Gegner ist? Hören Sie, es that mir einen Stichdurchs Herz, wie ich das bemerkt habe. Nein, ich schreibe gernefür Leute, aber sich auch so zu verhängen und zu verwickeln, ^daß weder Aufknüpfen noch Ausschneiden etwas hilft, das istzu arg. Denn ich muß Ihnen etwas im Vertrauen sagen, wis-sen Sie wohl, daß Ihr göttingischer Gegner vor einiger Zeiteinen Brief von einem berühmten berlinischen Gelehrten') er-halten hat, darin folgende Zeilen befindlich sind?Die Ab-handlung, heißt es, von Herrn Moses, in einem der letztenStücke des deutschen Museums, ist nichts weniger, als widerSie gerichtet, obgleich der Mann (dieses Wort schiebe ich ein,denn es steht ein anderes da, das sich nicht mit einem M an-fängt, ich aber nicht lesen kann), der einen Vorbericht dazu ge-macht hat, einen solchen Wink gibt. Diese Abhandlung entstandschon vor anderthalb Jahren, ehe der dietrichsche Kalender her-auskam, bei Gelegenheit meiner Unterredungen mit HerrnMoses über diese Materie. Er berichtigte nach seiner gewöhn-lichen präcisen Art meine Zweifel über Lavatcrs Behauptungvon der Schönheit. Ich glaube übrigens, es sei diese Abhand-lung gar nicht wider Sie, sondern widerlege vielmehr La-

') Friedrich Nicolai, geb. 1733, gest. 1811. Der Briefselbst, vom 15. April 1778, wird in L's Korrespondenz aufge-nommen werden.