Druckschrift 
4 (1844)
Entstehung
Seite
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Aber, mein lieber Göbhard, Sie sind eben so weit überdie eigentliche Satyre hinausgegangen, als die matte allge-meine hinter ihr ist. Selbst Schimpfwörter und Flüche imStilo sind so übel nicht, zumal im Lateinischen, und Ihnenhätte man sie ohnehin verziehen; sie thun oft eine vortrefflicheWirkung, wie Sie wissen, wenn man einen Satz gerne beziehenwill, und doch nicht Zeit hat, den Beweis auszubauen. Auchgebe ich Ihnen gerne zu, der Grundgrundsatz alles Gutenund Schönen ist: Laßt's laufen. Allein Sie sind unge-zogen, wo Sie bitter sein sollten, zornig, wo Sie lächeln soll-ten, lächeln, wo Sie widerlegen sollten, widerlegen, wo Sieschweigen sollten, und schweigen, wo Sie sprechen sollten, undbesteigen Ihren schmutzigen Triumphwagen mit einem Anstandvor dem Sieg, daß einem die Augen vor Lachen und Weinenübergehen. O merken Sie sichs, Göbhard, Einem Vergehenaufrücken und Gebrechen, das ist zweierlei. In Boston magdas letztere Artigkeit sein, hier zu Lande, wo wir unter dem

strengsten Despotismus der guten Sitten schmachten, ist es-

doch nur gelinde, hier zu Lande ists Ungezogenheit.

Wir müßten sagen, es könnte sich bei der unerschöpflichenUnergründlichkeit des menschlichen Herzens einmal ein Fall er-eignen, daß einer aus allzu großer Höflichkeit grob würde. Dasginge an. Es gibt wirklich Fälle, aber das Argument hat auchseine gar bösen Seiten, die unsere Gegner gleich ausfinden wür-den. Und gesetzt auch, wir hätten auf diese Weise die Seite desHerzens etwas ins Reine, so sehe ich platterdings nicht, wie wir