Mann sei ein Schwärmer. Kaum war der Kalender solange ausgegeben, als Zeit nöthig ist, für einen Brief von Han-nover nach Zürich und von da wieder zurück zu laufen; sowurde ich von einer dritten Hand benachrichtigt, meine Abhand-lung werde derb und kräftig widerlegt werden, und balddarauf erhielt Herr Dieterich einen eigenhändigen Brief vomHerrn Hofrath Zimmermann, die Antiphysiognomik werdederb und kräftig widerlegt werden. Weil immer bloß vonderb und kräftig geredet wurde, und nichts von Gründ-lichkeit vorkam, so dachte ich: sollte wohl der Herr Hofrathgar selbst Hand anlegen wollen? Ich wußte, Deutschland sahauf ihn als — — wenigstens den jetzigen weltlichen Arm derPhysiognomik, und seine herculische Laune, die sich leicht, wenner seinen Stolz gekränkt glaubt, sogar ins Rohrsperlingischezieht, war mir bekannt.
Einige Monate darauf, ich glaube es war im Februar1778, bekam ich auch wirklich Nachricht, der Herr Hosrathwürde im deutschen Museum die Begriffe über die Harmonievon Schönheit und Tugend deutlich aus einander setzen, und
meine Behauptung widerlegen. — Allein-ich weiß nicht
warum; ich lächelte bei dieser Nachricht. Denn ich muß beken-nen, kräftige Widerlegung erwartete ich nun täglich aus die-sem Quartiere, allein Auseinandersetzung der Begriffe, und zu-mal eine deutliche, die erwartete ich schlechterdings aus diesemQuartiere nicht, denn ich wußte, der Herr Hofrath hatte keineZeit dazu. Was ich gemuthmaßet hatte, traf ein. Ein Freund,