Druckschrift 
4 (1844)
Entstehung
Seite
75
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durch meine Antwort auf diese Einwürfe schon vorläufig demVerlangen des berlinischen Recensenten so weit ein Genüge zuthun, als ihm bei dieser Gelegenheit nur von mir geschehenkann.

Um Alles desto bester zu verstehen, will ich hier eine kleineGeschichte des an sich unbeträchtlichen Streits einrücken.

Als im Jahr 1777 im Sommer Niedersachsen von einerRaserei für Physiognomik befallen wurde, die allen Vernünfti-gen, welche wußten, mit was für unermeßlichen Schwie-rigkeiten die Sache verbunden ist, abscheulich vorkommen mußte,so dachte ich, dem nach Herrn Professor Errlebens') Todedie Ausgabe des hiesigen Taschenkalendcrs aufgetragen wordenwar, ich könnte den Kalender nicht nützlicher machen, als wennich einige Mittel gegen diese Seuche darin vorschriebe, indemich dem gemeinen Haufen zeigte, daß man wenigstens behutsamverfahren müßte, und daß man den Menschen aus seiner äu-ßern Form nicht so beurtheilen könnte, wie die Viehhändler dieOchsen. Ich suchte zu zeigen, daß bei einem so unergründlichenGeschöpfe, als der Mensch, das unter übrigens gleicher Anlage,durch Kunst über Alles, was wir jetzt wissen, verschlimmertund verbessert werden könnte, aus seiner äußern Form urtheilenwollen, was es sei, nicht viel weniger wäre, als weissagen.Man könne es freilich in dem äußersten Falle, aber man könne

') Joh. Chr. Polycarp Errlcbcn, Pros. der Philosophie inGöttingcn, geb. 1744. gest. 1777.