Druckschrift 
4 (1844)
Entstehung
Seite
64
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sie in Gesellschaft mit andern Kennzeichen stehen, die schon ebenLas weisen, da bestärken sie freilich. Umgekehrt kann man garnicht schließen: wo diese Züge nicht sind, ist keine Bosheit. Beiden Gesichtern der gefährlichsten Menschen konnte man sich oftnichts denken, Alles steckte hinter einem Flor von Melancholie,durch den sich nichts deuten ließ: die Muskeln hängen solchenLeuten oft wie eine Gallert am Kopf, in welcher man so ver-geblich Bedeutung sucht, als organischen Bau in einem GlasWasser. Wer das noch nicht bemerkt hat, kennt den Menschennicht. Die Bösewichter werden immer unkenntlicher, jemehr sieErziehung gehabt haben, jemehr Ehrgeiz sie besitzen und je wich-tiger die Gesellschaft war, mit der sie umgingen. Stärkere pa-khognomische Züge sind nicht ein Zeichen von stärkerem Laster,sondern größerer Brüchigkeit der Muskeln, größerer Ungezogen-heit und roherer Sitten. Da ferner diese Verzerrungen oft nurscheinbar pathognomisch sind, und durch andere Ursachen ent-standen sein können, so sieht man, wie vorsichtig man in Schlüs-sen aus pathognomischen Zügen aus moralische Häßlichkeit seinmüsse; moralische Schönheit im Gesicht zu lesen ist nicht soschwer. Auch sind Zaghaftigkeit und Leichtsinn, bei herrschenderNeigung zur Wollust und Müssigang, gar dem Unheil nicht ge-mäß gezeichnet, das sie in der Welt anrichten: hingegen siehtEntschlossenheit, seine Rechte gegen jeden, er sei wer er wolle,zu vertheidigen, und Gefühl des entschiedenen Werthes seiner selbst,auch der prnicvru», lwminum Koma, zumal bei nicht lächeln-dem Mund, oft trotzig, und daher Manchen sehr gefährlich aus.