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einmal die Physiognomen, und man wird finden, es sind ge-meiniglich Personen, deren lebhafte Einbildungskraft ihnen beimAnblick der meisten Gesichter, die verwandten Züge anderer undmit ihnen ganze Lebensläuse und Privatgeschichtchcn vorstellt,und die dieses bei jeder Gelegenheit der Gesellschaft darlegen.Gemeiniglich mit vielem Witz, weil so sehen und so sprecheneinerlei Ursprungs sind. Auch richtet die Gesellschaft solche Be-merkungen nicht als baare Philosophie, sondern als Witz, des-sen Reiz, wohl gar durch den Strich von verwegner Leichtfertig-keit, noch gewinnt, der die erstere geschändet hätte. Oft sindsie unschuldiger, und sehen den Leuten nur das an, was sieschon von ihnen wissen. Die Prüfung der Bemerkung ist inden meisten Fällen so flüchtig, als die Bemerkung selbst. Manesse einmal den Scheffel Salz, welchen schon Aristoteles verlangt,mit dem Mann, über dessen Herz und Kopf man so flüchtigurtheilte, und man wird finden, was alsdann werden wird.
Aber Irren ist menschlich; nicht immer, es ist zuweilen.,
weil weniger.
Das hohe Alter der Physiognomik zeigt von ihrem verfüh-rerischen Reiz und ihr schlechter Fortgang (Zurückgang könnteman sagen), bei immer zunehmenden Hülfsmitteln, von ihrerNichtigkeit.
Was aber unserm Urtheil aus Gesichtern noch so oft einigeNichtigkeit gibt, sind die, weder physiognomischen noch pathogno-mischen, untrüglichen Spuren ehemaliger Handlungen, ohnedie kein Mensch auf der Straße oder in Gesellschaft erscheinen