einer einzigen Form gegossen, glichen, könnten, wenn sie zulächeln oder zu sprechen ansingen, alle Ähnlichkeit verlieren.Wer kann dieses leugnen, als der, der es nicht versteht.
Diesem Raisonnement muß man nicht die angeblichen Er-fahrungen der Physiognomen entgegensetzen wollen. Sie irrensich, wenn sie aus Schattenrissen oder Portraiten von Personenurtheilen, die sie gar nicht kennen, so entsetzlich, daß, wennman die Treffer mit den Fehlern verglichen sähe, das Glück-spiel gleich in die Augen fallen würde. Sie machen es aber,wie die Lottospieler, publicire» Blättchen voll glücklicher Num-mern, und behalten die Quartanten, die man mit unglückliche»anfüllen könnte, für sich. Auch die getroffenen sind es oft nurin Orakelwörtern, mit Spielraum für den Sinn; und oft siehtder Physiognomie Forschungsgeist in den Augenknochen, oderpoetisches Genie in den Lippen des Mannes, weil er sie in des-sen Schriften, aus Mangel an Kenntnissen und Geschmackoder durch Journale verführt, zu finden glaubt. Dem Denker,der jene Schriften leer findet, wird dadurch die ganze Kunstverdächtig.
Wache, nüchterne Vernunft sieht wohl, woher diesesIrren entspringt, und gibt sich nicht mit Untersuchungen ab,die nicht für sie sind; wagt sie sich je ohne Plan in solche Fel-der, welches freilich zuweilen sehr großen Leuten begegnen kann,so geschieht es gemeiniglich nur in den Stunden, wo sie i» derGeiellschaft des muntern Witzes und der verführerischen Einbil-dungskraft, einen kleinen Hieb hat. Man untersuche daher