Druckschrift 
4 (1844)
Entstehung
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lung, von einem Mann, der einen stehenden Fond von Philo-sophie hätte, damit er nicht nach verübter That, unvermerkt dasGesetz gäbe, nach welchem er sich richtet, oder es mit der Ver-nunft so hielte, daß er es nicht mit der Unvernunft verdürbe.Er müßte mit einem Herzen voll Menschenliebe arbeiten, aber jaums Himmels willen! voll Menschenliebe, die ein Heller Kopfleitet. Thätige Menschenliebe ohne Verstand verfehlt so gutihren Zweck als Menschenhaß ohne Macht: so wie dieser oftmehr Gutes stiftet als Böses, so stiftet jene nur allzu oft mehrBöses als Gutes. Nur mit dem traurigen Unterschied, daß ichden, der in der Absicht, mir zu schaden, mein Glück befördert,ain Ende mit Lächeln bestrafen, hingegen den, der mich ausMenschenliebe unglücklich macht, auch nicht einmal mit gutemGewissen verklagen kann. Ferner müßte der Mann tiefe Kennt-niß der englischen Sprache, hauptsächlich der Nation, des Men-schen und seiner Selbst besitzen. Ohne einen hohen Grad vonallen vieren läßt sich zwar Shakespeare noch immer mit Vergnü-gen lesen, aber man wird gerade das verlieren, was ihn zueinem so ungewöhnlichen Mann macht. Dieses erklärt die Ver-schiedenheit der Urtheile über diesen Schriftsteller, wovon wir indiesen Tagen wieder merkwürdige Beispiele gehabt haben. Michwundert es nicht. Die Menschen sind geneigt zu glauben, daßsie jedes Buch, worin nichts von krummen Linien und alge-braischen Formeln vorkommt, lesen könnten, sobald sie dieSprache verständen, worin es geschrieben ist. Es ist abergrundfalsch. Es könnte jemand so wenig von den obigen Er-