Druckschrift 
4 (1844)
Entstehung
Seite
42
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gesunde Mensch thun könnte: dem verblendeten Stolz fehlt esnie an Worten. Aber es ist doch gut zu versuchen, was manauch hierin vermag? Antwort: nicht ganz, weil das Leideneiner einzigen unschuldigen Seele, während des Versuchs, mehrRücksicht verdient, als die ganze leere Schwärmerei werth ist.Und ist es nicht schon seit jeher vergeblich versucht, ohne sichernstlich z» fragen: Warum? Gut könnte es am Ende alle-mal sein, aber mich dünkt. Eichen pflanzen ist besser.

Ist denn aber Physiognomik ganz unsicher? Wir schließenja täglich aus den Gesichtern, jedermann thut es, selbst die,die wider Physiognomik streiten, thun es in der nächsten Mi-nute, und strafen ihre eigenen Grundsätze Lügen. Diese Ein-würfe wollen wir nun näher beleuchten.

Unstreitig gibt es eine unwillkürliche Gebcrdcnsprache, dievon den Leidenschaften in allen ihren Gradationen über dieganze Erde geredet wird. Verstehen lernt sie der Mensch ge-meiniglich vor seinem fünf und zwanzigsten Jahre in großerVollkommenheit. Sprechen lehrt sie ihn die Natur, und zwarmit solchem Nachdruck, daß Fehler darin zu machen zur Kunstist erhoben worden. Sie ist so reich, daß bloß die süßen undsauren Gesichter ein Buch füllen würden, und so deutlich, daßdie Elephanten und die Hunde den Menschen verstehen lernen.Dieses hat noch niemand geleugnet, und ihre Kenntniß ist, waswir oben Pathognomik genannt haben. Was wäre Pantomimeund alle Schauspielkunst ohne sie? Die Sprachen aller Zeitenund aller Völker sind voll von pathognomischen Bemerkungen,