Druckschrift 
4 (1844)
Entstehung
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wenn das Gedächtniß verschwindet? Mancher kluge Kerl fielauf seinen Kopf und wurde ein Narr, und ich erinnere michin den Memoiren der Pariser Akademie gelesen zu haben, daßdort einmal ein Narr auf den Kopf stürzte und klug wurde.In beiden Fällen wünschte ich das Schattenbild des Antecessorsneben dem Schattenbild seines Succeffors zu sehen, und dieLippen und Augenknochen beider zu vergleichen. Die Beispielefind freilich gesucht. Allein wollt ihr denn bestimmen, wo Ge-waltthätigkeit anfängt und Krankheit aufhört? Die Brücke,die zwei Jdeenreihen verbindet, kann so gut einstürzen, wennich mich erkälte, als wenn ich auf den Kopf falle, und amEnde wäre wohl gar Mensch sein so viel als krank sein. Ichhabe in meinem Leben etwa 8 Sectionen vom menschlichen Ge-hirn beigewohnt, und aus wenigstens fünfen wurden die falschenSchlüsse wie rothe Fäden herausgezogen und die Lapsus me-moriao wie Sandkörner. Also schon hieraus (unten wird Meh-rercs vorkommen) sieht man, wie unvorsichtig es ist, aus Ähn-lichkeit der Gesichter auf Ähnlichkeit der Charaktere zu schließen,auch wenn diese Ähnlichkeit vollkommen wäre; allein wer istdenn der Richter über sie? Ein hinfälliger Sinn, dessen Ein-druck durch vorgreifende Schlüsse und associirte Vorstellungen soleicht geschwächt und verdreht wird, daß es noch in weit ein-facheren Fällen als dieser, wo keine Leidenschaften mitwirken,und selbst nach erwiesenem Irrthum, fast unmöglich ist, Urtheilvon Empfindung zu trennen.

Wäre man einmal so weit, daß man mit Zuverlässigkeit