Druckschrift 
4 (1844)
Entstehung
Seite
23
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Talent, ich leugne es nicht, bei verschiedenen Graden und Mi-schungen verschiedene Gesichtsformen hervorbringen, so wie ver-schiedene Salze in verschiedene Formen anschießen, wenn sienicht gestört werden. Allein gehört denn unser Körper der Seeleallein zu, oder ist er nicht ein gemeinschaftliches Glied sich inihm durchkreuzender Reihen, deren jeder Gesetz er befolgen, undderen jeder er Genüge leisten muß? So hat jede einfache Stein-art im reinsten Zustand ihre eigne Form, allein die Anomalien,die die Verbindung mit andern hervorbringt, und die Zufälle,denen sie ausgesetzt sind, macht, daß sich auch oft der Geübtesteirrt, der sie nach dem Gesicht unterscheiden will. So steht unserKörper zwischen Seele und der übrigen Welt in der Mitte,Spiegel der Wirkungen von beiden; erzählt nicht allein unsereNeigungen und Fähigkeiten, sondern auch die Peitschenschlägedes Schicksals, Klima, Krankheit, Nahrung und tausend Un-gemach, dein uns nicht immer unser eigner böser Entschluß,sondern oft Zufall und oft Pflicht aussetzen. Sind die Fehler,die ich in einem Wachsbilds bemerke, alle Fehler des Künstlers,oder nicht auch Wirkungen ungeschickter Betaster, der Sonnen-hitze oder einer warmen Stube? Äußerste Biegsamkeit des Kör-pers, Perfcctibilität und Corruptibilität desselben, deren Grenzeman nicht kennt, kommt hierin dem Zufall zu stalten. DieFalte, die sich bei dem Einen erst nach tausendfacher Wiederho-lung derselben Bewegung bricht, zeigt sich bei dem Andern nochweniger; was bei dem Einen eine Verzerrung und Auswuchsverursachet, den selbst die Hunde bemerken, geht dem Andern