und unter mehreren bedeutenden und unbedeutenden Bildern,die Original-Skizze Raphaels zu einer Tranöfiguration ent-hält, die dadurch doppelt interessant ist, da der Meister be-kanntlich noch vor gänzlicher Beendigung des großen Bildesstarb.
Den 13ten besahen wir in Begleitung des CardinalsConsalvi das Museum des Vatican, und waren schier er-drückt von der Masse aller Herrlichkeiten. Wenn man diePariser Antikcnsammlung in ihrem höchsten Glänze sah, alssie die Beute eines 25jährigen Kampfes besaß, und dennochsagen muß, daß sie, einige Hauptwerke abgerechnet, ärmlichgegen das Museum Pio Clementinum zu nennen war, sokannst Du. Dir einen Begriff von dem Reichthum diesesmachen. Ich weiß nicht in wie viel Sälen, Hallen, Corri-dors, und weiß Gott wo sonst noch diese Kunstschätze aufbe-wahrt werden, aber wir haben 3 Stunden zugebracht, umalles nur flüchtig zu sehen. Diese Eile, womit wir oft dieherrlichsten Sachen beschauen, wirst oft einen bittern Tropfenin den Becher des Genusses. Außer den schon bekannten, alsdem Apoll von Bclvcdcre, dem Laokoon, dem Torso undmehreren ist mir besonders aufgefallen ein Mcleager, demApoll mindestens an die Seite, nicht darüber, zu setzen, einecolossale liegende Cleopatra mit der höchsten Grazie in allenFormen, eine ungcmein reiche Sammlung von Büsten be-rühmter Männer und Kaiser, als Julius Cäsar, dessen gänz-lich geistlose Physiognomie mich bei der großen Meinung dieich von ihm habe, etwas geschmerzt hat, dann Nero, Cara-calla, Tiber, Septimius Severus, Marc Aurel, Trajan undeine Menge anderer. Außer Hunderten von alten Inschriften,Mosaiken, Vasen von Basalt und Porphyr, zeichnet sich ein