auf Blitz, Schlag auf Schlag und ein Regen als sollte dieSündfluth wiederholt werden. In Spolcto, wo wir die Nachtblieben, schwammen die Straßen. Am folgenden Tage hattesich es indeß aufgeklärt, und wir brachen früh auf, um dieSomma, den letzten Zweig der Apenninen, zu übersteigen. NachHumboldt's auf der Höhe angestellten barometerschen Beob-achtungen ist dieser Berg 2400 Fuß über dem adriatischcnMeere erhaben. Die Gegend sah der ähnlich, die uns gesternlangweilte, doch waren die Berge mehr bewachsen. BeimHcrabsteigcn kommt man in eine ganz neue Vegetation. DieBerge sind mit fremdartigen Bäumen und Sträuchern be-wachsen. Mehrere Arten immer grüner Eichen und Fichten,wesentlich von den unsrigen verschieden, schöne Haidekräutermit großen Blumen und der sogenannte Erdbeerstrauch mithochrothcn Früchten gaben dem Ganzen ein recht erotischesAnsehen. In Tcrni wurde angehalten, um den bekanntenWassersall zu sehen. Derselbe liegt ohngefähr 1Z Stunde vonder Stadt. Man fährt auf einer guten nach den Abruzzcnführenden Straße, durch lauter Oelwälder, oder besser Oel-pflanzungen, denn so nahe sind die Bäume nirgends an ein-ander gepflanzt, daß man es nach unserm Begriff einen Waldnennen könnte, es hat eher den Charakter unserer Obstpflanzung,und nur in der Entfernung, wenn ganze Thäler und Abhängedamit bedeckt sind, gewährt es einen waldartigen Anblick. DerWeg führt einen bedeutenden Berg hinan der den linken Thal-rand der Nera bildet, die im Grunde dahin rauscht. — Beieiner gegenüber im Thal liegenden Villa stand eine Allee vonOrangenbäumen, ein für uns noch sehr neuer Anblick, der sichin Rom aber häufig wiederholt. Der Fall des Velino istaußerordentlich schön, wenn er gleich heute nicht bei vollem
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