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Job von Witzleben : Mitteilungen desselben und seiner Freunde zur Beurteilung preußischer Zustände und wichtiger Zeitfragen
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Mailand, den IZtcnOctebcr 1822.

Wir fuhren zuerst nach der Jsola bella. Diese war vorlänger als 100 Jahren noch ein nackter Fels. Ein GrafBoromee hat mit vielen Kosten Erde dahin schaffen und einenbedeutenden Pallast erbauen, auch Terrassen und allerlei An-lagen machen lassen. Diese sind es aber nicht, welche Augeund Herz erfreuen, sondern die köstliche Lage der Insel, undvor allen die vortreffliche Vegetation, welche daselbst herrscht.Denn nicht allein, daß man in einem schattigen Lorbeerhainspazieren geht, so sieht man auch Orangen an den Spalieren,wie bei uns Apricosen und Pfirsichen, man wandelt sogar ineinem Limonienwald, dessen Bäume aber im Winter bedecktwerden, und ist von Granatbäumen, die mit Früchten prangen,umgeben. Ich sende Dir etwas als Probe. Die Jsolamadre, ^Stunde davon entfernt, ist interessanter, weil man derNatur nicht solchen Zwang angethan. Die Vegetation isteben so, Aloe und Feigen wachsen wild und ohne Cultur, Lor-beerhaine, in welchen ich auch bescheiden unsere Kiefer fand,wechseln mit Orangcn-Spalier und Bäumen, die hier, mansagt wegen der großem Entfernung vom Lande, nicht bedecktwerden, ab.

Den 9ten fuhren wir früh von Baveno. Der Weg führtimmer längs dem See und ist reizend. Rechts eine Hügel-reihe mit Wein, Kastanien und Feigen bepflanzt, und durchprächtige Landhäuser geziert. Dörfer, die bei uns den NamenStädte unbedenklich führen würden. Links der schöne Seemit den Inseln und den reichen Ufern. Bei Arona, einerrecht hübschen Stadt, steht die colossale Statue des heiligenCarl Boromöe, eines Vorfahren des jetzigen Besitzers der