Petcrhof, dcn täten Juli 1818.
Am 13ten, dem Gcburts- und Vermählungstage unsererGroßfürstin Charlotte sind wir hierher gegangen, um einemgroßen Feste beizuwohnen, was sonst gewöhnlich dcn 3tenAugust, als den Namenstag der Kaiserin Mutter und Ge-burtstag unseres verehrten Königs, also ein doppeltes Fami-lienfest, gegeben wird, dies Mal aber des Königs Mas. wegenauf diesen Tag, den 13tcn, verlegt worden. Es war eine großeRedoute, von der ich Dir mündlich viel zu hören geben werde,da sie sich sehr von allen Festen der Art unterscheidet. Abendswar der Garten illuminirt und auf eine so brillante Art, daßman dergleichen nur an einem asiatischen Hofe findet. Manrechnete 240,000 Lampen und ich finde diese Angabe sehrmäßig, wenn man die ungeheuren Gange, Tempel, Boö-quets rc. betrachtet. Gestern sind wir in Oranienburg ge-wesen, 13 Werst von hier, wo ein großes Feuerwerk abgebranntwurde, das prächtigste, was ich je gesehen. Außer manchensehr schönen Decorationen, machte den Beschluß ein Bouguet,wie es die Artilleristen nennen, von 40,000 Raketen. Manhat keine Idee von diesem Schauspiel. Das Wetter begün-stigte alles ungemein und die Einrichtungen sind hier überallso colossal, vortrefflich und asiatisch prächtig, daß nichts zuwünschen übrig bleibt. Die zarten Aufmerksamkeiten, die unsermMonarchen von seinem kaiserlichen Freunde widerfahren, sindwahrhaft rührend. Das Glück des jungen großfürstlichenPaares erhöht die Zufriedenheit unseres verehrten Königs,und knüpft die Bande immer inniger, die beide hohen Herrscher-