Petersburg, den lOten Juli 18IS.
Seit dem 2ten sind wir hier. Es ist ein großer Unter-schied zwischen Moskau und Petersburg. Jenes ist Rußland,d. h. ein Gemisch von Europa und Asien, dieses, ganz Europa.Man findet vortreffliche Gebäude und breite regelmäßigeStraßen, aber Moskau die heilige Stadt mit ihren tausendKuppeln, Pallästen und Hallen gewährt einen viel interessan-teren Anblick. Nun freilich die Neva, dieser herrliche Strom,mit den prächtigen Quais und den vielen Schiffen ist etwas,was Moskau entbehrt und was dem hiesigen Aufenthalt eineneigenthümlichen Reiz giebt. Der Anblick, wenn man auf dergroßen Brücke steht und das Gesicht gegen die Börse gekehrthat, ist einzig. Der großen Gebäude giebt es sehr viele. Vonden Kirchen ist die von Kasan, um deswillen merkwürdig,weil sie eine Copie der Peterskirche im verjüngten Maaßstabeist. Die übrigen wollen nicht viel sagen. Es ist eine vonMarmor darunter, dem heiligen Jsaak geweihet, die des Mar-mors nicht werth ist. Kaiser Alexander will sie jetzt ver-ändern lassen. Die Statue Peters des Großen hat vielGutes, kömmt aber unserem glorreichen Kurfürsten nicht gleich.Der Granitblock ist staunenswert!). An Peters Grabe habeich gestanden — in seinem Hause bin ich gewesen —! Esist ein eigenes, ein ehrfurchtvolles Gefühl, wenn man solcheder Erinnerung großer Männer geweihte Plätze sieht. Undnamentlich bei diesen in seiner Schöpfung!!! Außer vielenMerkwürdigkeiten, von denen ich Dir mündlich erzählen werde,weil es mir heute an Zeit gebricht, haben wir auch die Por-
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