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Job von Witzleben : Mitteilungen desselben und seiner Freunde zur Beurteilung preußischer Zustände und wichtiger Zeitfragen
Entstehung
Seite
149
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zeuge der nach allen Nachrichten zu so einem hohen Grad vonManövrirfähigkeit gelangten Versammlungen der königlichenTruppen seyn zu können, und mir durch Selbstansicht Erfah-rungen sammeln zu können, die ich leider jetzt nie so vollstän-dig durch Andere zu erhalten suchen muß, da sie doch fürmeinen jetzigen Posten von doppelter Wichtigkeit sind.Eben so fühle ich, daß alle Nachrichten über Organisationund Administration nie die Sclbstanschauung und die münd-liche Mittheilung der an der Spitze' stehenden Männer ersetzenkönnen, jedoch ist es mein innigstes Bestreben, wenigstens nachKräften dieses Mittel zu benutzen, und jede gütige Mittheilunghierüber werde ich mit dem herzlichsten Danke aufnehmen.

In vollem Maaße theile ich Ihre Ansichten über die un-berechenbaren Vortheile, die einer Armee durch eine Mehrzahlnach einer richtigen Tendenz militairisch wissenschaftlich ge-bildeter Offiziere erwächst. Dieser Vortheil ist unendlich,weiln Wissenschaft, Geist und Moral gleichen Schritt halten,und das jetzt wieder in seinem Hoheit Werthe anerkanntePrinzip wahrer Ehre mit der Ueberzeugung der Nothwendig-keit wissenschaftlicher Bildung verbunden ist. Das v erhält-nißmäßig gleiche Fortschreiten aller Stände in intellectuellerHinsicht, wobei die höheren durch Beispiel und Erziehung imPrinzip der Ehre das große Uebergewicht haben, welches,wenn es die Niedern theilen, desto schöner und sicherer wirkt,ist nach meiner Meinung das sicherste Mittel zum Fortschreitenzum Bessern ohne Umwälzungen. Ihr lieber Brief, besterGeneral, hat mich zu dieser kurzen Aeußerung meiner An-sichten über diesen wichtigen Punkt veranlaßt, ich stelle sieIhrem freundschaftlichen Urtheil mit der Freimüthigkeit dar,die immer meine Handlungen leitet.