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Job von Witzleben : Mitteilungen desselben und seiner Freunde zur Beurteilung preußischer Zustände und wichtiger Zeitfragen
Entstehung
Seite
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Preußen uncmwcndbar und durchaus verderblich sind. DenncS ist ein protestantischer Staat, in welchem seit Jahrhundertensich ein großes, vielseitiges, geistiges Leben, ein Geist der freienUntersuchung, entwickelt hat; dieser läßt sich weder unterdrücken,noch durch elende Sophismen irre leiten, man wird auch nichtden dümmsten aus dem Volke glauben machen, daß es vonmeiner Willkühr abhänge, wenn und wie ich eine Verbind-lichkeit zu erfüllen habe, und daß einem Nachbarstaat dasRecht zustehen solle, ihn todt zu schlagen, wenn er, durchWillkühr und Mißhandlungen gereizt, sich widersetzt.

Er wird sagen: die Obrigkeit fordert von mir Gehorsam,gestützt auf die Worte des Evangeliums (Matthäi): gebt Gott,was Gottes, und dem Kaiser, was des Kaisers ist, ich bindazu bereit, aber zu einer Zeit und in einer Art, die in meinemErmessen steht.

In Preußen sind ferner von einem sittlichen, redlichenKönig eine Folge von Zusagen ertheilt worden, denen manauf das schnödeste widersprechen müßte, wenn man sich zu denLehren des * * bekennte.

Im Jahre 1815 versprach der König förmlich, seinemVolke eine repräsentative Verfassung zu geben, der Staats-kanzler wiederholte es in allen seinen den Provinzial-ständen gegebenen Antworten, in dem Staatsrathe ward eineigenes Comite für ständische Angelegenheiten bestellt, dreiMinister bereisten die verschiedenen Theile der Monarchie, umdie öffentliche Meinung zu erforschen, Materialien über Ver-gangenheit und Gegenwart zu sammeln, und diese Zusagenund Versammlungen sollen ein bloßes Hazardspiel seyn?

In welchem Grad würde hierdurch nicht der Unwille desVolks gereizt und die moralische Kraft des Staats gelähmt,