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Kap. 10 (1840) Pressefrechheit, Pressefreiheit, Pressfolter
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viel zu große Gewalt eingeräumt werden würdq. DerSensor steht stets in abhängigen Verhältnissen von höherenGewalten, mit Vielen in collcgialischcn, mit noch An-dern in freundschaftlichen Verbindungen des Umganges.Angenommen nun; es wird einem Sensor eine Schriftzur Censur vorgelegt, welche seinen höheren Vorge-setzten (durch die er nicht nur zu steigen hofft, son-dern die ihm verderblich werden können) der schreiend-sten Ungerechtigkeit zeihet, wer fühlt cs nicht, daß erdann Alles, was in seinen Kräften liegt, aufbietenwürde, den Druck zu Hintertreiben? Und wo Ge-setzesverdrehungen und Spitzfindigkeiten nicht aushel-fen, da wird ein Machtspruch zu Hülfe genommen,um sich seine schönen Aussichten, und seinen behagli-chen Standpunkt zu retten.

Wird ein solches Verfahren der schnödesten Will-kühr, dem höheren Vorgesetzten bekannt, so gewinnter dadurch eben so viel, als er bei Ihm durch dasgesetzliche Imprimatur verloren haben würde.

Ist aber die Schrift gegen Amtsgenosscn, odereinflußreiche potente Männer gerichtet, so mag jederselbst die Unversöhnlichkeit der Lage und Gefühle ab-messen, die zwischen einem schwer mißhandelten, ver-folgten und schutzlosen Privaten, und einem im sceli-