Druckschrift 
Kap. 5 (1837) Die Monarchie kommt von Gott wegen der Gerechtigkeit, auch ein Gegenstück zu des Abbé de Lamenais Worte eines Gläubigen
Entstehung
Seite
56
Einzelbild herunterladen
 

ihre Tugend auf die Probe gestellt wird. Man sprachin Rom nicht schlecht vom Tiber, Nero, Caligula,bevor sie auf den Thron gelangten. Vielleicht wäreihre Schlechtigkeit unentwickelt geblieben, wenn sienicht die Gelegenheit gehabt hätten, hcrvorzutrcten,und sie den Keim ihrer Bosheit, so zu sage», erst cut-wickelte. Es gibt Menschen, welche mit vielem Geiste,mit Gewandtheit und Talenten, die schwärzeste undundankbarste Seele verbinden; cs gibt Andere, welchedie besten Eigenschaften des Herzens, ohne jenen leb-haften und glänzenden Jnstinct besitzen, der das Geniecharacterisirt. Kluge Fürsten haben gewöhnlich denen,bei denen die Eigenschaften des Herzens verwalteten,zu Anstellungen im Innern ihres Landes den Vorzuggegeben. Dagegen zogen sie diejenigen, welche mehrLeben und Feuer zeigten, vor, um sic zu Unterhand-lungen zn gebrauchen. Ihr Grund lag ohne Zweifeldarin, daß, da cs im Lande nur darauf ankommt,Ordnung und Gerechtigkeit zu erhalten, Rechtschaffen-heit hinrcicht; dagegen, wenn cs darauf ankommt,die Nachbarn durch Schcinvorstcllungcn zu gewinnen,Jntriguc und oft gar Bestechungen anzuwenden, wiedas bei auswärtigen Sendungen- der Fall ist, nichtsowohl Biederkeit, als vielmehr Gewandtheit undVerstand erfordert wird.