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Ein Schwefelsäure - Fabrikant in Frankreich schaffte sicheine Platinretorte an die 5000 Rthlr. kostete. Sie ist von derGröße, daß er täglich 4mal 300 Pfund, also 1200 PfundSchwefelsäure fertig macht; dieß beträgt aufdiehundertPfundSchwefelsäure noch nicht 2 Sgr. Zinsen!
In gewöhnlichen Tiegeln ist es schwer ein reines Glas, wel-ches zu optischen Instrumenten dient, darzustellen, weil dieschmelzende Glasmasse aus denselben etwas auflöst, und sie da-durch verunreinigt wird. Bedient man sich in diesem Fall derPlatintiegel, so erhält man ein reines Glas.
Bei einer solchen Anwendung muß man aber sehr Acht ha-ben, das Platin nicht mit solchen Stoffen zusammen zu bringen,welche es in der Hitze aufzulösen vermögen. Hieher gehörenbesonders Bleyg latte und Boraxsäure, beydes Körperdie man wohl zur Darstellung optischer Gläser anwendet. Bley-glätte durchlöchert einen Platintiegel, wenn es darin erhitztwird; und Boraxsäure die mittelstSchwefelsäure aus dem BoraxLargestellt worden (vergl. S. 35.) greift im Glühen das Pla-tin sehr an und durchlöchert es. Eine solche Boraxsäure ent-hält nehmlich noch Schwefelsäure und beyde zusammen habendie erwähnte nachtheilige Wirkung auf das Platin.
Ist dagegen die Boraxsäure rein von Schwefelsäure, inwelchem Zustande man sie erhält, wenn man sich zu ihrer Ab-scheidung statt der Schwefelsäure der Salzsäure bedient, sowirkt sie nicht nachtheilig auf dasPlatin, nur muß man Sorgetragen, daß keine Kohle während des Glühens hinzukomme.
Das Platin ist wie das Gold weder in Salpetersäure nochin Salzsäure, wohl aber in dem Gemisch von bcyden, nehm-lich im Königswasser auflöslich. Hat man viel Platin aufzu-lösen so ist es am vortheilhaftesten das Königswasser aus
1 Theil starker Salpetersäure und
2 Theilen starker Salzsäure
zusammenzusetzen, indem ein Königswasser aus schwächerenSäuren selbst in mehr als hinreichender Menge verhaltnißmaßignicht so viel auflöst als eins aus starken Säuren.