Wirb Gold mit Kupfer zusammengeschmolzen, so wird eSröther, härter und leichter schmelzbar. Man nennt dieß Ge-misch die rothe Karatirung. Bey einem Verhältniß von7 Loth Gold auf
1 Loth Kupfer
ist die Verbindung am härtesten.
Silber und Gold geben zusammen die weiße Karati-rung. Auch Silber macht das Gold härter, klingender undleichter schmelzbar. Bey einem Verhältniß von
2 Loth Gold auf1 Loth Silber
ist die Verbindung am härtesten. Das Silber nimmt demGolde am wenigsten von seiner Geschmeidigkeit.
Vom Platin.
Erst seitdem man dieses Metall in so großer Menge entdeckthat, daßes zu größern Gefäßen verarbeitetwcrden konnte, ist es fürden Techniker sehr wichtig geworden; denn es vereinigt in seinerHärte, Zähigkeit, UnschmelzbarkeitingewöhnlichemFeuer und Unauflöslichkeit in den gewöhnlichen SäurenEigenschaften die den anderen Metallen abgehen.
Vorzüglich dienen Platinretorten zum Entwässern der bereitsin Bleygcfäßen bis zu einer Eigenschwere von etwa 1,780 abge-dampften Schwefelsäure. Denn selbst von sehr starker Schwe-felsäure wird das Platin nicht angegriffen.
Man sollte kaum glauben, daß trotz der jetzigen Wohlfeil-heit der Schwefelsäure das theure Platin mit Vortheilzu diesemZweck anzuwenden sey. Aber gerade die Anwendung desPlatins macht es möglich die Schwefelsäure so wohl-feil Herz »stellen. Früher wendete man Glasretorten an,deren geringe Haltbarkeit die Schwwefelsäure sehr verteuerteund deren vorsichtige Heizung eine Menge Feuermaterial erfor-derte. Auch konnte man nicht so im Großen arbeiten wie esnöthig war und es mit einerPlatinretorte möglich ist. Folgen-des Beyspicl mag dieß e-rläutern.